Unterschiedlicher könnten die Gemütslagen vor dem «Klassiker» zwischen Deutschland und der Schweiz an der WM in Zürich kaum sein.
Bei den Deutschen, die nach zuletzt eher durchzogenen Jahren ohnehin unter Druck stehen, verschärfte sich die missliche Lage durch die 0:2-Niederlage am Sonntag gegen Lettland zusätzlich. Die Schweizer ihrerseits genossen am Sonntag mit dem Punktemaximum auf dem Konto einen spielfreien Tag und erschienen am Montagvormittag in bester Laune zum Warm-up für das Nachbarschaftsduell.
Berra wieder beim Team
Alle 25 Kaderspieler betraten für die knapp 30-minütige Einheit das Eis in der Match-Arena. Erstmals seit Beginn der Heim-WM war auch Reto Berra mit dabei. Der Meistergoalie von Fribourg-Gottéron hatte bis anhin krankheitshalber gefehlt. Gegen Deutschland wird Berra aber noch nicht zum Einsatz kommen.
Die Rückkehr des 39-jährigen Routiniers hat zur Folge, dass Kevin Pasche vorerst nicht mehr mit dabei ist. Der Lausanne-Torhüter war für Berra während dessen Absenz in den Trainings jeweils eingesprungen.
In Sachen Aufstellung vertraut Jan Cadieux auf das Motto «never change a winning team». Der Schweizer Trainer verzichtet auf Änderungen in der Zusammenstellung der Linien. Einzig die Powerplay-Formationen kamen im Warm-up im Vergleich zu den Spielen gegen die USA und Lettland anders daher.
Nino Niederreiter und Ken Jäger rücken in die «PP»-Linie um Roman Josi, Nico Hischier und Timo Meier. Sven Andrighetto und Denis Malgin agieren neu in der Überzahl-Formation mit Dean Kukan, Damien Riat und Pius Suter.
«Derby» zuletzt in Schweizer Hand
Die Schweiz steigt als Favorit in das «Derby» gegen Deutschland, welches an der WM bereits im sechsten aufeinanderfolgenden Jahr steigt. Neben der aktuellen Gemütslage und Form sprechen auch die letzten Direktduelle für die Nati:
- 2025: In der Vorrunde in Herning (DEN) lässt die Schweiz Deutschland keine Chance und gewinnt mit 5:1. Sven Andrighetto glänzt als Vierfach-Torschütze.
- 2024: Die Schweiz dominiert den Viertelfinal in Ostrava (CZE) über weite Strecken, muss aber bis zum Schluss zittern, ehe dank eines 3:1-Siegs der erstmalige Halbfinal-Einzug seit 2018 in trockenen Tüchern ist.
Davor galt Deutschland jedoch als Angstgegner der Schweiz. Sowohl 2021 als auch 2023 zog die DEB-Auswahl der Nati jeweils im WM-Viertelfinal den Stecker.
2026 stehen alle Zeichen auf einen Schweizer Sieg. Aber eines sollte klar sein: Die Deutschen werden am Montag bis in die Haarspitzen motiviert sein, um die Eishockey-Party des Gastgebers zu crashen.