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Österreich-Coach Bader «Irgendwann wird der Tag kommen, an dem wir die Schweiz schlagen»

Roger Bader weist mit Österreich nach 3 Spielen das Punktemaximum auf. Nun trifft der Zürcher auf sein Heimatland.

Roger Bader.
Legende: Feierte mit Österreich 3 Siege in 3 Spielen Roger Bader. Keystone/Andreas Becker

Roger Bader ist der starke Mann im österreichischen Eishockey. Der in Winterthur geborene Zürcher hat das Nachbarland aus dem Dornröschenschlaf geführt und mit den starken Auftritten an den letzten beiden Weltmeisterschaften für Aufsehen gesorgt. Im vergangenen Jahr gelang Österreich erstmals seit 1994 wieder der Einzug in den Viertelfinal. Dafür wurde das Nationalteam im eigenen Land erstmals überhaupt zur Mannschaft des Jahres gewählt.

Nun sind die Österreicher erneut auf Viertelfinal-Kurs. Nach den Siegen gegen Grossbritannien (5:2) und Ungarn (4:2) gewann die ÖEHV-Auswahl am Dienstag mit 3:1 auch gegen Lettland, einem direkten Konkurrenten im Kampf um die K.o.-Runde.

Bader noch ohne Sieg gegen die Schweiz

«Was wir bis jetzt an dieser WM gezeigt haben, ist Geduld. Das nächste Ziel ist nun natürlich der vierte Sieg, und dann sind wir im Viertelfinal», sagt Bader. Der 61-Jährige hat sich vor dem Turnier gegenüber Keystone-SDA zum Spiel gegen die Schweiz wie folgt geäussert: «Bei meinem ersten Duell 2018 in Kopenhagen haben wir einen Punkt geholt, 2024 in Prag waren wir lange nahe an einer Überraschung und kassierten erst in der Schlussminute das 5:6. Vor einem Jahr im Viertelfinal (0:6) waren wir chancenlos. Natürlich sind die Schweizer auch diesmal Favorit, in neun von zehn Spielen gewinnen sie gegen uns. Aber irgendwann wird der Tag kommen, an dem wir sie schlagen.»

Am Tag vor dem Duell gab sich Bader aber realistisch. «Auf der anderen Seite stehen sechs NHL-Spieler, bei uns ist keiner von unseren zwei dabei. Dann bestreiten wir die vierte Partie in fünf Tagen – als einziges Team an diesem Turnier«, so Bader.

Live-Hinweis

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Verfolgen Sie die WM-Partie zwischen Österreich und der Schweiz am Mittwoch ab 16:00 Uhr live auf SRF zwei und in der SRF Sport App.

Auf Radio SRF 3 gibt es bei allen Schweizer Spielen regelmässige Liveschaltungen.

Die Spieler seien müde, die Favoritenrolle schon geklärt. Aber man wolle sich nicht auf die Schlachtbank führen lassen wie die Deutschen, sondern versuchen, dagegenzuhalten.

Bader wohnt in Kloten

Für Bader selber ist die WM in Zürich quasi ein Heimturnier. Er wohnt seit Jahren in Kloten, nur fünf Autominuten entfernt vom Hotel, in dem er mit seinem Team während der WM untergebracht ist. Würde ihn ein Engagement in der Schweiz nicht reizen? «Sollte sich irgendwann die Möglichkeit bei einem Schweizer Profiklub ergeben, würde ich mir das sicher anhören», sagt er. Allerdings liebe er seinen Job als Nationaltrainer, den er seit über zehn Jahren ausübt. Sein Vertrag wurde kürzlich bis 2028 verlängert.

In Sachen Effizienz die Nummer 1

Die Gegenwart heisst aber WM. Bader lobte seine Mannschaft am Dienstagabend in höchsten Tönen: «Ganz ehrlich, wir brauchen gar nicht zu coachen, weil sich das Team mit und ohne Puck zu 100 Prozent an das Spielkonzept hält. Die kämpferische Leistung war einfach irrsinnig toll. Ich habe Gänsehaut, wenn ich das von der Bande aus sehe.»

Besonders auffallend ist die Kaltblütigkeit der Österreicher an diesem Turnier. Gegen die Letten benötigten sie für den Erfolg bloss 14 Torschüsse. Über alle drei Partien gesehen beträgt die Effizienz 17,39 Prozent – das ist aktuell der beste Wert aller 16 Teams.

Del Curto nicht mehr an Bord

2022 bis 2024 gehörte Baders Freund Arno Del Curto zum österreichischen WM-Staff, im letzten Jahr war der langjährige HCD-Trainer nicht mehr dabei. «Er wird sicher das eine oder andere Spiel anschauen und vielleicht auch mal im Teamhotel vorbeischauen. Während der Vorbereitung hat er uns schon einmal in Feldkirch besucht. Aber im Staff ist er definitiv nicht mehr dabei», stellt Bader klar.

Resultate

SRF zwei, WM-Magazin, 19.05.2026, 19:15 Uhr ; 

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