Mit dem Testspiel in der Slowakei fällt am Donnerstag der Startschuss zur Vorbereitung der Eishockey-Nati für die Heim-WM. In den letzten Tagen geriet das Geschehen auf dem Eis in den Hintergrund, stattdessen dominiert die Affäre um das gefälschte Covid-Zertifikat von Patrick Fischer die Schlagzeilen. Am Mittwoch gab Swiss Ice Hockey die Trennung vom Nati-Trainer bekannt.
Grosses Commitment zur Nati
Ab sofort übernimmt der designierte Nachfolger Jan Cadieux die Rolle als Headcoach. Das WM-Aufgebot wird im Verlauf der nächsten Wochen noch zahlreiche Änderungen erfahren.
Für den Schweizer Erfolg entscheidend sind die Spieler aus der NHL. Fischer schaffte es während seiner Amtszeit stets, die verfügbaren NHL-Schweizer für eine WM-Teilnahme zu gewinnen.
Ob und wie sich das Nati-Commitment unter Cadieux verändert, ist abzuwarten. Es ist jedoch anzunehmen, dass sich in dieser Hinsicht zumindest kurzfristig nicht viel ändert, zumal eine WM im eigenen Land nochmals ein zusätzlicher Ansporn für die Spieler ist.
Ausgangslage der NHL-Schweizer
Von den insgesamt elf derzeit in der NHL tätigen Schweizern haben nur vier die Playoffs erreicht. So schätzen wir aktuell die Chancen der Nordamerika-Legionäre auf eine WM-Teilnahme ein:
- Sehr gute Chancen: Nico Hischier, Timo Meier, Jonas Siegenthaler (alle New Jersey), Pius Suter (St. Louis)
Sowohl das Devils-Trio als auch Suter nehmen nicht an den NHL-Playoffs teil. Zudem haben alle vier Spieler einen NHL-Vertrag über die laufende Saison hinaus. Hischier, Meier und Siegenthaler haben von ihrem Klub bereits grünes Licht für die WM-Teilnahme bekommen.
- Gute Chancen: Roman Josi (Nashville)
Auch die Predators haben die Playoffs verpasst und bei Josi stehen keine Vertragsverhandlungen bevor. Ein kleines Fragezeichen steht jedoch hinter der Gesundheit des Nashville-Captains. Im Saisonendspurt fiel Josi kurzzeitig aus, wurde dann im Kampf um die Playoff-Plätze wieder forciert.
- 50:50-Chancen: Philipp Kurashev (San Jose), Nino Niederreiter (Winnipeg)
Kurashev spielte bei den Sharks zuletzt keine Rolle und war überzählig. Seine Zukunft dürfte kaum in San Jose liegen, zumal sein Vertrag ausläuft. Sollte der 26-Jährige einen weiteren NHL-Vertrag anstreben, ist eine WM-Teilnahme aufgrund des Verletzungsrisikos eher unwahrscheinlich. Sieht er seine Zukunft in Europa, ist die Ausgangslage eine andere.
Niederreiter legte aufgrund von chronischen Knieproblemen nach Olympia eine längere Pause ein. Anfang April gab der Churer früher als geplant sein Comeback und scheint fit zu sein. Doch erhält er nach seiner Verletzungsgeschichte eine WM-Freigabe vom Klub?
- Kleine Chance: Akira Schmid (Vegas), Janis Moser (Tampa Bay)
Sowohl die Golden Knights als auch die Lightning stehen in den Playoffs und gehören zum erweiterten Favoritenkreis. Bei Schmid kommt in Bezug auf einen WM-Auftritt erschwerend dazu, dass sein Vertrag ausläuft, er aber gerne auch künftig in Nordamerika bleiben würde.
- Sehr kleine Chance: Kevin Fiala (Los Angeles)
Der Flügelstürmer ist nach seiner schlimmen Verletzung an den Olympischen Spielen weiter rekonvaleszent. Obschon Fiala bereits auf dem Eis gesichtet wurde, ist ein Comeback noch weit entfernt. Zudem bestreiten die LA Kings die Playoffs.
- Keine Chance: Lian Bichsel (Dallas)
Der Solothurner hat mit den Stars in den Playoffs Grosses vor. In der Nati ist er ohnehin noch bis und mit Heim-WM unerwünscht.