Das Bernabeu in Madrid ist für alle Mannschaften der Welt ein hartes Pflaster. Auch für Bayern München. In der Regel setzte es für den deutschen Rekordmeister in der Vergangenheit Enttäuschungen ab. Gegen die «Königlichen» gingen auswärts 9 von 14 Partien verloren, nur dreimal konnte man sich in Spanien durchsetzen.
Am Dienstag beim 2:1 im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League kam nun ein 4. Auswärtserfolg dazu. Entscheidenden Anteil am Sieg hatte einer, der schon bei der letzten erfolgreichen Bernabeu-Mission zwischen den Pfosten stand: Manuel Neuer.
Es ist alles möglich.
Der Torhüter zeigte nicht weniger als 9 Paraden und brachte die Real-Superstars mit seinen Interventionen zum Verzweifeln. Die spanische Zeitung As attestierte dem Gelsenkirchener eine «heldenhafte Leistung». Mit seinen 40 Jahren scheint Neuer nicht minder agil und reaktionsschnell zu sein wie damals 2012, als sich die Bayern in Madrid im Penaltyschiessen für das «Finale dahoam» qualifizierten (welches sie gegen Chelsea verloren).
«Es macht einfach Spass mit der Mannschaft und dem Trainerteam. Es ist alles möglich», sagte Neuer nach der Partie. Ehrgeizig wie er ist, ärgerte ihn das Gegentor in der 74. Minute durch Kylian Mbappé. Neuer war am Abschluss aus kürzester Distanz gar noch dran und lenkte den Ball mirakulös an die Latte. Von dort sprang das Leder indes hinter die Linie. «Klar ein Torwartfehler», witzelte der an diesem Abend makellose Neuer.
Wie geht es mit Neuer weiter?
In dieser Form ist Neuer für die Bayern unverzichtbar. Zwar stehen mit dem jungen Jonas Urbig und Routinier Sven Ulreich 2 Backups mit Qualität im Kader. Doch einen «Prime-Neuer» können sie nicht ersetzen.
Neuers Zukunftsfrage ist noch nicht geregelt. Sein Vertrag in München läuft im Sommer aus, diese Saison war der Keeper immer mal wieder verletzt. «Wir haben alle Zeit der Welt, wir sind da entspannt», sagt Neuer zu den Vertragsverhandlungen mit den Bayern.
Bleibt noch das Thema Nationalmannschaft. Nach der EURO 2024 hatte Neuer seinen Rücktritt aus der DFB-Elf erklärt. Jüngst wurden Stimmen laut, Coach Julian Nagelsmann solle Neuer doch zu einem Rücktritt vom Rücktritt bewegen und ihn mit zur WM 2026 nehmen. Doch Neuer winkt (vorerst?) ab: «Ich habe meine Sachen gesagt und konzentriere mich jetzt auf den FC Bayern.»