- Atletico wirft Barça im Viertelfinal der Champions League trotz einem 1:2 im Rückspiel mit dem Gesamtskore von 3:2 raus.
- Die Katalanen tilgen die Hinspiel-Hypothek auswärts in den ersten 24 Minuten, doch Ademola Lookman schiesst die Madrilenen in die nächste Runde.
- Im Halbfinal trifft Atletico auf Arsenal oder Sporting Lissabon.
- Im anderen Viertelfinal-Duell am Dienstag schaltet PSG Liverpool aus.
Das war nichts für schwache Nerven, was sich am Dienstagabend während 98 Minuten im Metropolitano-Stadion zu Madrid abspielte. Manch ein Atletico-Fan dürfte seinen Heimweg mit stark strapazierten Fingernägeln antreten, doch das wird den «Colchoneros» sowas von egal sein, denn Atletico steht erstmals seit 2017 wieder im Halbfinal der Champions League.
Barça startet wie die Feuerwehr
Dabei hatte die Partie aus Sicht von Atletico alles andere als wunschgemäss begonnen. Nach einem haarsträubenden Ballverlust von Innenverteidiger Clément Lenglet stand Lamine Yamal in der 4. Minute plötzlich alleine vor Schlussmann Juan Musso. Der Barça-Shootingstar liess sich nicht zweimal bitten und schob den Ball lässig am Keeper vorbei zum 1:0 ins Netz.
Die frühe Führung gab Barcelona Aufschwung, auf der anderen Seite wirkte Atletico weiter lethargisch. Das Team von Coach Diego Simeone schien mit der formidablen Ausgangslage nach dem 2:0-Auswärtssieg im Hinspiel überfordert – und wurde eiskalt dafür bestraft. In der 24. Minute genoss zuerst Dani Olmo und dann auch Ferran Torres viel zu viele Freiheiten, letzterer versenkte den Ball mit seinem linken Fuss zum 2:0 im Tor.
Starke Reaktion von Atletico
Nach dem Ausgleich im Gesamtskore hatte Barcelona endgültig Blut geleckt – und agierte in der 31. Minute prompt naiv. Ein inkonsequentes Pressing in der gegnerischen Hälfte führte dazu, dass Atletico mit nur vier Pässen das gesamte Abwehr-Konstrukt der Gäste schachmatt setzen konnte. Auf Zuspiel von Marcos Llorente war es Ademola Lookman, der das Stadion in Madrid mit dem 1:2 zum Kochen brachte.
Nach dem Anschlusstreffer fanden die Gastgeber etwas besser ins Spiel, tatsächlich geschah in dieser verrückten ersten Halbzeit bis zur Pause nichts zwingend Erwähnenswertes mehr.
Abseits-Tor und Platzwerweis
Nach dem Seitenwechsel übernahm Barcelona wieder die Initiative und drückte auf das 3:1. Dieses fiel dann auch in der 55. Minute, doch es zählte nicht, da Torschütze Torres in der Entstehung im Abseits gestanden hatte. Durchatmen konnte Atletico jedoch nur kurzzeitig, den die nächste Barcça-Sturmwelle liess nicht lange auf sich warten.
Atletico vermochte sich nur noch selten aus der Umklammerung zu lösen, doch ein Konter war entscheidend: Nach 77 Minuten holte Eric Garcia Atletico-Joker Alexander Sörloth von den Beinen – nach Meinung von Schiedsrichter Clément Turpin als letzter Mann. Der Barça-Verteidiger flog für eine Notbremse mit Rot vom Platz, genau gleich wie schon sein Teamkollege Pau Cubarsi im Hinspiel.
Auch zu zehnt musste Atletico in der Folge noch bange Momente überstehen. Doch der 2:2-Ausgleich, der Barcelona in die Verlängerung gerettet hätte, wollte auch in den acht Nachspielminuten nicht fallen.
So geht's weiter
Seinen Halbfinal-Gegner erfährt Atletico am Mittwoch, wenn Arsenal Sporting Lissabon zum Rückspiel empfängt (Hinspiel: 1:0). Das Halbfinal-Hinspiel findet am 28./29. April statt, das Rückspiel eine Woche darauf.