Ein Goalie-Wechsel nach rund einer Viertelstunde – selbst für Igor Tudor war das ein absolutes Novum. Die Situation sei «sehr ungewöhnlich» gewesen, erklärte der Kroate nach dem 2:5 von Tottenham in Madrid gegen Atletico im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League: «Ich bin seit 15 Jahren Trainer und habe so etwas noch nie gemacht. Es war notwendig, um den Spieler und die Mannschaft zu schützen.»
Nach 17 verheerenden Minuten hatte der Interimscoach seinen Debütanten Antonin Kinsky ausgewechselt. Der Tscheche war vor dem 1:0 für die Spanier durch Marcos Llorente (6.) mit Ball am Fuss weggerutscht. Wenig später unterlief dem 22-Jährigen erneut ein fataler Patzer, Julian Alvarez schob ein (15.).
Im Anschluss brachte Tudor Guglielmo Vicario. Seine Entscheidung, von Beginn an auf Kinsky zu setzen, verteidigte er im Anschluss. Vor dem Spiel sei es mit Blick auf die aktuelle Situation «die richtige Entscheidung» gewesen, so Tudor. Vicario stehe in einem anderen Wettbewerb «unter Druck» und Kinsky sei «ein sehr guter Goalie».
Wir stehen hinter ihm, wir halten alle zusammen. Es geht nie um einen einzelnen Spieler.
Leider seien «diese Fehler gerade in diesem wichtigen Spiel passiert», sagte Tudor. Man habe für diesen Start in die Partie «bezahlt, das war zu viel für uns». Kinsky habe es leidgetan, betonte der Coach, «wir stehen hinter ihm, wir halten alle zusammen. Es geht nie um einen einzelnen Spieler.»
In der Liga im Abstiegskampf
Auch in der Premier League läuft es für Tottenham alles andere als rund. Auf Platz 16 müssen die «Spurs» derzeit um den Klassenerhalt bangen, Tudor verlor nach der Amtsübernahme von Thomas Frank die ersten drei Ligaspiele. Zu seiner eigenen Zukunft wollte sich der 47-Jährige nicht äussern.
«Ich muss weiterarbeiten. Nicht zu viel reden, sondern mich auf die Dinge konzentrieren, die wir tun können», sagte Tudor bei TNT Sports: «Es ist unglaublich schwierig, all diese Dinge zu erklären.»