Die Ausgangslage vor dem achten und letzten Spieltag der Ligaphase in der Champions League war vielversprechend. Von den 18 Partien war nur jene zwischen Arsenal und Qairat Almaty in Bezug auf ein mögliches Weiterkommen belanglos.
Die Fans wurden nicht enttäuscht. Im Durchschnitt fielen 3,4 Tore pro Spiel, die Tabellensituation änderte sich gefühlt im Minutentakt. Es gab grosse Gewinner und noch grössere Verlierer.
Die Cinderella-Story
Nach fünf der acht Runden fand sich Bodö/Glimt mit lediglich zwei Punkten auf dem 32. Platz wieder. Die Aussichten auf ein Weiterkommen waren zu diesem Zeitpunkt, gelinde gesagt, schlecht, nicht zuletzt auch aufgrund des Restprogramms.
Doch der norwegische Meister machte das scheinbar Unmögliche möglich. Bodö/Glimt erkämpfte sich am 6. Spieltag ein 2:2 bei Borussia Dortmund, bezwang in Runde 7 Manchester City zuhause sensationell mit 3:1 und machte das Märchen mit einem 2:1-Auswärtserfolg zum Abschluss bei Atletico Madrid perfekt. Der Lohn (neben den Millionen-Einnahmen): Ein Playoff-Duell entweder mit Real Madrid oder Inter Mailand.
Der Last-Minute-Schock
Auf der anderen Seite der Gefühlsskala befand sich am Mittwoch gegen 23:00 Uhr Olympique Marseille. Die Franzosen zeigten beim 0:3 in Brügge einen miserablen Auftritt. Und doch lag der französische Traditionsklub fast den gesamten Abend in den Top 24.
Tatsächlich gratulierte Brügge Marseille nach dem Abpfiff in Belgien zum Vorstoss in die Playoffs. Dabei vergass der Gastgeber aber wohl, dass zu diesem Zeitpunkt in Lissabon noch gespielt wurde. Dort traf Benfica-Goalie Anatoliy Trubin in der 98. Minute zum 4:2 gegen Real Madrid – und sorgte dafür, dass die Portugiesen Marseille auf den allerletzten Drücker noch vom 24. Platz verdrängten.
Lissabon hui, Madrid pfui
Benfica war nicht der einzige Klub aus Portugals Hauptstadt, der einen magischen Abend erlebte. Bemerkenswert ist auch die Geschichte von Sporting. Das Team von Trainer Rui Borges geriet bei Athletic Bilbao zweimal in Rückstand, schaffte jedoch abermals den Ausgleich. Für den direkten Achtelfinal-Vorstoss benötigte Sporting freilich einen Sieg. Dieser wurde durch ein Joker-Tor von Alisson Santos in der 94. Minute Tatsache.
Durch den Last-Minute-Treffer von Sporting fiel Real Madrid trotz komfortabler Ausgangslage noch aus den Top 8 und muss nun in die Zusatzschlaufe. Die «Königlichen» gehörten zu den grossen Verlierern des Abends, wie auch der Stadtrivale Atletico Madrid, welcher mit einem Heimsieg gegen Bodö/Glimt beste Chancen auf das direkte Achtelfinal-Ticket gehabt hätte.