Als «einen der vielversprechendsten Neuzugänge in der jüngeren Geschichte des Klubs» hatte Lausanne-Sport vor rund einem Monat die Verpflichtung des spanischen U-Nationalspielers Omar Janneh bezeichnet. Der 19-Jährige tut derzeit alles, um den Vorschusslorbeeren gerecht zu werden. Beim spektakulären 3:3 im Derby gegen Servette traf der Mittelstürmer sehenswert zum 3:2. Es war das dritte Spiel in Folge, in dem der Jungspund einnetzte und der insgesamt 4. Treffer im 6. Auftritt für Lausanne.
Janneh besticht dabei auch auf dem Platz mit Effizienz. Neun Schüsse gab er in 281 gespielten Minuten für Lausanne bisher ab. Fünf davon fanden den Weg aufs Tor, wiederum vier schlugen im Netz ein. Auch die Art und Weise der Tore lässt die Herzen der Lausanne-Fans höher schlagen. Gegen Servette und St. Gallen war Janneh jeweils mit einem frechen Lupfer erfolgreich. In Thun zog er ausserhalb des Strafraums einfach mal ab und traf herrlich in den Winkel.
Gegner in der Krise
Am Donnerstag darf sich Janneh erstmals auch auf der europäischen Bühne beweisen. Im Playoff-Hinspiel der Conference League bekommt es sein Klub mit Sigma Olomouc zu tun. Für die Waadtländer ist die Reise nach Tschechien eine willkommene Abwechselung. Seit der Ankunft Jannehs hat das Team von Peter Zeidler in der Super League nur ein Spiel gewonnen. Fünf Partien in Folge wartet der Klub schon auf einen Erfolg.
Dem Gegner aus der Provinz Mähren ergeht es zurzeit ähnlich. Fünf der letzten sechs Partien in der heimischen Meisterschaft gingen für Olomouc zuletzt verloren. Und im Gegensatz zu Lausanne schaffte man es in der Conference League nur mit Ach und Krach in die Top 24. Sieben Punkte aus sechs Partien reichten dank des besseren Torverhältnisses gerade so noch für den 24. Platz.
Fernduell mit Zypern
Ein Lausanner Weiterkommen käme nicht nur der eigenen Klubkasse zugute. Nach dem Ausscheiden der Branchenprimi Basel und YB sind die Waadtländer auch die letzte Schweizer Hoffnung auf Punkte im Uefa-Ranking. Die Ausgangslage ist prekär: Die Schweiz liegt knapp hinter dem 15. Platz, doch das direkt davor klassierte Zypern hat mit AEK Larnaka und Omonia Nikosia noch zwei Eisen im Feuer.
Sollte Lausanne die Hürde Olomouc meistern, könnte im Achtelfinal Mainz 05 mit Trainer Urs Fischer warten. Oder aber es käme zum zypriotisch-schweizerischen Duell mit Larnaca. Was im direkten Duell um den 15. Platz in der Fünfjahreswertung eine gewisse Brisanz hätte.