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Clarke: «Habe entsetzliche rassistische Gesänge gehört»
Aus Sport-Clip vom 15.10.2019.
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Rassismus-Eklat in Sofia Grosses Entsetzen in England nach «schrecklicher Nacht»

Englands 6:0-Sieg ist von rassistischen Äusserungen bulgarischer Anhänger überschattet worden. Das Entsetzen ist gross.

Die Partie zwischen Bulgarien und England am Montagabend stand zweimal kurz vor dem Abbruch. Einige heimische Anhänger fielen wiederholt mit rassistischen Äusserungen auf. Zudem wurde auf der Tribüne der Hitlergruss gezeigt. Mehrmals musste der Stadionsprecher die eigenen Fans zur Mässigung auffordern.

Vor allem Tyrone Mings hatte sich bei seinem Länderspiel-Debüt mehrfach beim kroatischen Schiedsrichter Ivan Bebek beschwert, dass sein Teamgefährte Raheem Sterling bei jeder Ballberührung mit Affenlauten von der Tribüne diskreditiert werde.

«Eine der schrecklichsten Nächte»

Coach Gareth Southgate zeigte sich trotz des klaren Sieges nach dem Match in Sofia betroffen. «Wir wissen, dass dies eine inakzeptable Situation ist, aber ich denke, wir haben es geschafft, zwei Aussagen zu treffen: Indem wir das Spiel gewonnen haben, aber auch indem wir alle auf die Situation aufmerksam gemacht haben, als das Spiel zweimal gestoppt wurde.»

Auch in den britischen Medien dominierte der Rassismus-Skandal die Berichterstattung:

  • The Guardian: «Willkommen in der neuen Welt. Wir haben ein Fussballspiel erwartet. Was wir bekommen haben, war ein miserables Ereignis in einer miserablen Nacht in einem miserablen Stadion (...) vor einem miserablen Hintergrund von Beschuldigungen und bösem Blut. Am Ende hat sich das kein bisschen wie ein Sportereignis angefühlt. Es fühlte sich an wie eine offene Wunde, ein Angriff auf die grundlegende Idee von Nationen, die zusammenkommen.»
  • Daily Mirror: «Das Traurige daran ist, dass niemand sich an den Fussball erinnern wird. Niemand wird sich an den klaren Sieg erinnern. Alle werden sich an eine Nacht erinnern, die eine Schande für den Fussball war.»

Auch Greg Clarke, Vorsitzender des englischen Verbandes FA, verurteilte die Geschehnisse in Sofia aufs Schärfste. «Das war eine der schrecklichsten Nächte, die ich im Fussball je gesehen habe.» Bulgariens Nationaltrainer Krassimir Balakow sagte dagegen: «Ich war auf das Spiel konzentriert, ich habe nichts gehört.»

Sendebezug: SRF zwei, sportaktuell, 14.10.19, 22:35 Uhr

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Heinz Aerni  (ursheinzaerni)
    Rassismus blüht auf dem Boden des Nationalismus. Daher fließt die aktuelle politische Stimmung in die Ränge der Menschen, die gesellschaftlich und wirtschaftlich unterversorgt sind und deshalb durch die Identifikation mit einem Fußballteam dies zu kompensieren versuchen. Wenn sich ein Dortmunder Fan das Gesicht eines Trainers auf seinen Rücken tätowieren lässt, hat nicht die UEFA ein Problem, sondern eine Gesellschaft, deren Verantwortlichen in Bildung und Politik versagt haben.
    1. Antwort von Daniele Röthenmund  (Daniele Röthenmund)
      Sehr gut auf den Punkt gebracht.
  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Fakt ist, gerade in den ehem. Ostblock Ländern ist Rassismus allgegenwärtig und viele scheinen vergessen zu haben wie es damals war "unter der UdSSR Knute"!
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Sofortige Disqualifikation der bulgarischen Mannschaft für die kommenden fünf Jahre und 1 Jahr Gefängnis unbedingt für „Hitlergrüssende“. Letzteres muss überall strengstens geahndet werden.