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4 Mal Torjubel – 4 Mal bleibt einer aussen vor
Aus FIFA WM 2018 Clips vom 21.06.2018.
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Der Trugschluss Portugals Jubel nach Vorschrift – dumm nur, dass es diese nicht gibt

Ein Feldspieler des portugiesischen Nationalteams hat sich bisher beim Torjubel stets zurückgehalten. Der Grund dafür war ein gewaltiger Irrtum.

Endlich: Nun sind alle portugiesischen Spieler aufgeklärt – und können künftig beim Torjubel aus dem Vollen schöpfen. Die Lehrstunde für José Fonte gab es am Mittwoch nach dem erknorzten 1:0 gegen das ausgeschiedene Marokko vor laufender Kamera bei ARD.

«Aha, gut», entgegnete der 34-Jährige verdutzt und stellte in Aussicht, «das nächste Mal gehen wir alle vom Feld und feiern zusammen.» Doch was ist der Hintergedanke von Portugals bisher skurriler Jubel-Choreographie?

Gleichermassen ungewöhnlich wie unnötig

So war schon im 1. Gruppenspiel nach dem späten 3:3-Ausgleich gegen Spanien ein Lusitaner bei der Jubel-Traube aussen vor gestanden. Mit strenger Geste war namentlich Fonte angewiesen worden, auf Distanz und innerhalb der Markierung zu bleiben. Nach Ronaldos Blitztor gegen die Nordafrikaner wiederholte sich die Szene: Diesmal hielt Joao Moutinho inne und gesellte sich nicht zu seinen ausgelassen feiernden Teamkollegen an der Werbebande.

Wir glaubten, dass die Partie wieder aufgenommen werden könnte, wenn alle das Spielfeld verlassen.
Autor: José Fonte

Die ungewöhnliche 2-Meter-Abstands-Regel hatten zuvor auch andere Mannschaften angewendet und ernteten dafür nur verständnisloses Kopfschütteln. Sie alle gingen von einer entsprechenden Fifa-Vorschrift aus – und irrten gewaltig.

Fläche ausserhalb des Feldes ist nicht massgebend

«Wir glaubten, dass die Partie wieder aufgenommen werden könnte, wenn alle das Spielfeld verlassen», liefert Fonte die Erklärung. «Weil wir sicher sein wollten, dass das Spiel nicht schon wieder angepfiffen wird, während wir noch am Jubeln sind, blieb immer einer drin.»

Das Gerücht einer solchen Regel bestätigte sich allerdings nicht. Im offiziellen Regelwerk heisst es stattdessen bei 8.1. unter dem Punkt «Anstoss» unmissverständlich: «Alle Spieler, mit Ausnahme des Spielers, der den Anstoss ausführt, befinden sich in der eigenen Spielfeldhälfte.» Die Fläche ausserhalb des Feldes nimmt dabei keine Sonderrolle ein.

Sendebezug: Laufende WM-Berichterstattung SRF zwei

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Meier  (M.Meier)
    Das zeigt doch schön, dass Fussballer nicht mal die Spielregeln kennen, was auch Pepes immer wieder rotwürdie Aussetzer erklärt (vom Simulieren mal ganz abgesehen).
  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Fussball lebt von Emotionen der Spieler dem Trainer und auch den Fans! Aber oft wird dies von den Offiziellen und der Fifa sanktioniert! Völlig zu Unrecht!
    1. Antwort von Peter Pan  (Peter Pan2)
      Haben Sie den Artikel gelesen? Es geht genau um das Gegenteil! Die FIFA hat überhaupt keine Regelung vorgesehen, und eine uninformierte Mannschaft hat vor dieser nicht vorhandenen Regelung Angst - aber Hauptsache ohne Grund gegen die FIFA geschossen...
  • Kommentar von Josef Graf  (Josef Graf)
    Dass verschiedene Mannschaften (welche denn auch noch?) sich über die geltende Regelung geirrt haben, zeigt, dass diese nicht ohne Weiteres verstanden werden konnte, eventuell in der Version anderer Sprachen. So ist man jedenfalls auf sicher gegangen, was ja besser ist, als unnötig etwas zu riskieren. Das ist durchaus verständlich, obwohl es tatsächlich skurril ausschaut. Auch ist deswegen niemand zu Schaden gekommen und man hat gegen keine Regel verstossen.
    1. Antwort von Lorenor De Wilde  (Lorenor)
      Nicht mal alle Schiedsrichter sind sich dieser Regel bewusst. Es kam schon vor, dass Treffer erzielt wurden, während die eine Mannschaft noch am Jubeln war (Siehe youtube).