Sowohl mit dem Resultat auch als mit der Leistung gegen Australien konnten die Schweizer nicht wirklich zufrieden sein. Trotzdem strichen Zeki Amdouni und Johan Manzambi im Interview direkt nach der Partie die positiven Aspekte heraus. «Die Leistung heute war nicht schlecht», sagte etwa Zeki Amdouni, der Ersatz von Breel Embolo.
Ganz anders tönte es, als Granit Xhaka vor das Mikrofon trat. Der Captain fand wie so oft deutliche Worte. «Es war das typische Spiel vor einem grossen Wettkampf. In der ersten Halbzeit müssen wir mehr Tore machen – und werden dann für die Ineffizienz bestraft», meinte er.
Keine gute Woche
Das Spiel solle nun genau analysiert werden. Allzu überrascht wirkte er ob des fahrigen Auftritts aber nicht: «Ich muss aber auch sagen, dass es gewisse Dinge in dieser Woche gab, die nicht gut waren. Und dann tritt man auch so auf.» Er müsse aufpassen, was er genau sage, meinte Xhaka.
«Mit dieser Leistung wird es definitiv schwer. Wir dürfen uns nicht zu sicher fühlen, es gibt keine schlechten Teams an der WM. Das war sicher ein Weckruf, wir müssen aufwachen. Wir müssen die Zügel anziehen, sonst fahren wir nach drei Spielen heim», sagte der 33-Jährige und nahm sein Team damit in die Pflicht.
Trotz allem zuversichtlich
Die ersten WM-Vorbereitungswochen seien mit vielen Medienterminen und unterschiedlichen Ankunftszeiten der Spieler nicht einfach gewesen. Auch die verzögerte Einreise von Embolo habe einiges schwieriger gemacht. «Wir haben jetzt noch einige Tage, um einige Dinge zu verbessern.» Xhaka stellte aber auch klar: «Ich mache mir keine Sorgen, ich weiss, dass wir das schaffen werden.»
Trainer Murat Yakin will die Kritik Xhakas mit dem Antreiber persönlich besprechen. Mit dem Spiel war er grösstenteils zufrieden. «Wir sind in den USA angekommen, hatten eine gute Startphase und einen guten Gegner», sagte der Coach. «Wir haben einige Wechsel vorgenommen und auch in der Statik Anpassungen gemacht – wir sind im Fahrplan.»
Trainer und Kapitän sind sich also in einigen Punkten eine Woche vor dem WM-Start (am 13.6. gegen Katar) nicht einig. Verunsichern lässt sich Yakin dadurch aber nicht. Eine genaue Startaufstellung für den Turnierauftakt habe er noch nicht im Kopf: «Einige Spieler haben die Chance bekommen. Es gibt viele Optionen.»