Sein geliebter Döner blieb Deniz Undav nach dem 2:1-Sieg an der WM gegen die Elfenbeinküste zwar verwehrt. Nicht aber die silberne Matchwinner-Trophäe, welche ihm von Deutschlands NHL-Star Leon Draisaitl überreicht wurde.
Dass dem Doppeltorschützen zu diesem Zeitpunkt ein Zeh schmerzte, weil die Kollegen im Jubelrausch über sein Siegtor «alle draufgetreten» waren – geschenkt.
«Ich freue mich übertrieben», sagte Undav. Aktuell ist der 29-Jährige mit 3 Toren und 2 Vorlagen der beste WM-Skorer – in beiden bisherigen Partien kam er von der Bank. «Ich musste wieder lachen, selbst in Toronto wird mein Name gerufen, nicht nur in Stuttgart», sagte der VfB-Profi und schwärmte: «Ich geniesse es, ich nehme es mit.»
Nagelsmann stellt Startelf-Einsatz in Aussicht, aber ...
Wie die Debatte um seine Joker-Rolle, die der Fanliebling höchstselbst befeuert hatte. Muss er im weiteren Turnierverlauf nicht in die Startelf? «Das ist doch top für ihn gerade», wiegelte Julian Nagelsmann lachend ab, «viel mehr Entscheider als er kann man nicht sein. Warum sollte ich seinen Flow jetzt brechen? Seine Rolle erfüllt er herausragend.»
Doch auch der Bundestrainer, der Undav nach dem Schlusspfiff mit einem Sieger-Brüller und einer robusten Umarmung «überfallen» hatte, kennt die andere Seite. Undav sei «ein Vollblutstürmer, der weiss, wo das Tor steht», bekannte er: «Er ist superschlau in der Bewegung, hatte vor dem zweiten Tor einen Sensationskontakt, Wahnsinn.» Es sei daher «nicht ausgeschlossen», dass der Stuttgarter mal beginne.
«Wir werden beides diskutieren, auch mit Deniz», ergänzte Nagelsmann, das Ergebnis nahm er aber schon vorweg: «Tief im Herzen ist er zufrieden, wie es läuft.» Undav bekräftigte dies: «Wir haben ein gemeinsames Ziel, wenn es gerade so gut funktioniert ...», sagte er und betonte: Das Wichtigste sei immer das Team.