«Come Together» singt John Lennon, der legendäre Beatles-Beat tönt aus den Boxen und die Namen der 26 Auserwählten um Superstar Harry Kane flimmern über den Bildschirm. Mit einem fulminanten Film hat Thomas Tuchel am Freitag seine «England Squad» für die Weltmeister-Mission enthüllt – doch für seine hammerharten Kader-Entscheidungen hagelte es auch Kritik.
«Wer glaubt, dieser Kader könne die Weltmeisterschaft gewinnen, sollte sich mal den Kopf untersuchen lassen», kommentierte das Boulevardblatt The Sun bissig. Es gebe nur zwei Möglichkeiten: Entweder werde er nach dem Final am 19. Juli «als Genie gefeiert», oder die WM ende in einer «Katastrophe». Klar ist: Für England zählt 60 Jahre nach dem Triumph von Wembley nur der Titel, das lange Warten soll endlich ein Ende haben.
Angeführt von Captain Kane und Jude Bellingham, aber überraschend ohne die beiden Offensivstars Cole Palmer und Phil Foden sowie Rechtsverteidiger Trent Alexander-Arnold und Abwehr-Routinier Harry Maguire starten die Three Lions ins WM-Rennen. Mit Morgan Gibbs-White von Nottingham Forest sowie Dominic Calvert-Lewin (Leeds United) bekamen auch die beiden derzeit besten englischen Torschützen der Premier League kein Ticket.
Makellose Qualifikation
Die beissende Kritik an seinen Entscheidungen perlt zumindest äusserlich an Tuchel ab. «Es ist schwer, alle zufrieden zu stellen, aber wir müssen einen Kader aufstellen, den wir lieben und von dem wir überzeugt sind», sagte Tuchel am Freitag. Er selbst scheue sich nicht vor «harten Entscheidungen. Ich habe die Spieler, die es bis ganz nach oben schaffen können. Es geht um die Energie, die Verbindungen und die Chemie.»
Wohl auch deshalb ist «Come Together» bewusst gewählt. Das Gemeinsame steht im Vordergrund, das Team. Nach der perfekten Qualifikation mit acht Siegen in acht Spielen will sich der deutsche Coach, der seit Anfang 2025 auf der englischen Trainerbank sitzt, die WM-Kampagne nicht von vermeintlichen Stinkstiefeln kaputt machen lassen.
Das beste Team
«Wir haben gesagt, wir wollen das beste Team, nicht die talentiertesten Spieler. Das Team stand immer im Mittelpunkt.» Und so sind plötzlich nur noch 14 Spieler dabei, die vor zwei Jahren in Deutschland Vize-Europameister geworden waren. Für elf Profis wird die WM dagegen das erste grosse Turnier ihrer Karriere sein.
England trifft in Gruppe L auf Kroatien (17. Juni), Ghana (23. Juni) und Panama (27. Juni). Anfang Juni fliegen und Co. zur finalen Vorbereitung in die USA.