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FCZ-Verteidiger im WM-Märchen «Ich träume jeden Tag»: Curaçaos Comenencia schreibt Geschichte

Als kleinstes Land jemals wird Curaçao an der WM teilnehmen. Mittendrin im Märchen ist Livano Comenencia.

Drei Fussballspieler in gelben Trikots neben drei Kindern in blauen Trikots auf einem Spielfeld.
Legende: Mit ganzem Herzen für sein Land bei der WM Livano Comenencia (Mitte). Craig Williamson/SNS Group via Getty Images

«Ich habe am ganzen Körper gezittert. Dann habe ich sofort angefangen zu weinen. Wir haben uns alle umarmt, die Fans sind aufs Feld gekommen. Dann haben wir gebetet und Gott gedankt, dass wir das erreichen konnten.»

Die WM steht kurz bevor, als Livano Comenencia diese Anekdote erzählt. Der Verteidiger des FC Zürich, der im Nationalteam auf seiner Lieblingsposition im Mittelfeld eingesetzt wird, beschreibt einer kleinen Medienrunde jenen Abend im November, an dem sich Curaçao erstmals für eine WM qualifizierte. Der Karibikstaat ist mit ungefähr 155'000 Einwohnern und einer Fläche von 444 Quadratkilometern das kleinste Land, das je an einer WM dabei war.

Ich kann es kaum abwarten, gegen Spieler wie Florian Wirtz und Jamal Musiala zu spielen.
Autor: Livano Comenencia

Der 22-Jährige spricht ruhig. Und trotzdem ist ihm die Freude anzusehen. Während des gesamten Gesprächs mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA lächelt er. Immer wieder sagt er: «Wir haben Geschichte geschrieben.» So, als müsse er es sich selbst immer wieder in Erinnerung rufen, um es auch wirklich zu glauben.

Ein Vorbild für viele

Comenencia erzählt von der Qualifikation, von Curaçao, davon, wie stolz es ihn mache, für das Herkunftsland seiner Eltern zu spielen. Er, der eigentlich in den Niederlanden aufwuchs und dort auch sämtliche Nachwuchsstufen durchlief.

«Früher war Baseball der beliebteste Sport in Curaçao. Seit unserer Qualifikation ist es Fussball», erzählt Comenencia. Es fühle sich gut an, für die kommende Generation eine Art Vorbild zu sein. «Es gibt in den Niederlanden noch weitere Talente, die Wurzeln in Curaçao haben.» Für diese spielt Comenencia. Damit sich junge Spieler nicht gegen Curaçao entscheiden, nur weil die Niederlande bessere Chancen auf ein grosses Turnier haben.

«Nichts ist unmöglich»

Auf der grössten Fussball-Bühne der Welt wird sich Comenencia gleich im ersten Spiel mit einer grossen Herausforderung konfrontiert sehen. Zum Auftakt wartet Deutschland. «Ich kann es kaum abwarten, gegen Spieler wie Florian Wirtz und Jamal Musiala zu spielen», sagt er.

Kleinreden will er sein Land nicht. «Wir spielen 11 gegen 11, nicht 11 gegen 5. Sogar gegen Deutschland ist alles möglich», so Comenencia. Auch das Weiterkommen sei nicht unmöglich – vor allem, weil sein Team wohl unterschätzt werde. Aber das Überstehen der Gruppenphase wäre ein zweites Märchen, das Curaçao (Weltnummer 82) schreiben würde. Neben Deutschland (Nr. 10) warten die Elfenbeinküste (Nr. 34) und Ecuador (Nr. 23).

Ein Träumer verwirklicht seinen Traum

Wenn es ernst gilt, wird Comenencia auf die Unterstützung seiner Familie zählen können. «Es ist teuer. Deswegen weiss ich nicht, ob sie an jedes Spiel kommen werden», erklärt er. Aber gegen Deutschland werden seine Eltern und noch einige Leute mehr in den Rängen sein, um ihn zu unterstützen.

Ich will, dass alle mir zuschauen. Seit ich ein kleines Kind bin. Deswegen spiele ich Fussball.
Autor: Livano Comenencia

«Meine Eltern sind meine grössten Supporter. Sie haben alles für mich getan. Dass sie mich nun so sehen, macht mich glücklich», sagt Comenencia mit einem breiten Strahlen. Dass die Stadien aber nicht nur mit seinen Eltern gefüllt sind, sondern ihn weltweit Millionen von Menschen verfolgen werden, dafür steht Comenencia auf dem Platz. «Ich will, dass alle mir zuschauen. Seit ich ein kleines Kind bin. Deswegen spiele ich Fussball.»

Mit der WM geht für Comenencia also ein Traum in Erfüllung. «Ich träume jeden Tag. Davon, wie die Spiele sein werden, davon, wie ich spiele. Ich liebe es, mir solche Dinge vorzustellen», erzählt er – und hofft, dass das, was er träumt, auch in Erfüllung geht.

FIFA WM 2026

SRF zwei, «Road to FIFA WM 2026» – Folge 10, 05.06.2026, 14:00 Uhr ; 

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