Die Kräfteverhältnisse
Alles andere als der Gruppensieg wäre für Deutschland eine grosse Enttäuschung. Wobei: Nach dem WM-Titel 2014 in Brasilien scheiterte das DFB-Team sowohl 2018 in Russland als auch 2022 in Katar bereits krachend in der Vorrunde. Nur schon die Qualifikation für die K.o.-Phase wäre für die Deutschen eine Steigerung. Trainer Julian Nagelsmann soll bei seiner ersten Weltmeisterschaft das schaffen, was Jogi Löw und Hansi Flick zuletzt misslang.
Dass Nagelsmann bei einem grossen Turnier eine Euphorie entfachen kann, bewies er vor 2 Jahren bei der Heim-EM. Dort war im Viertelfinal gegen den späteren Champion Spanien erst in der Verlängerung Endstation. Doch der 38-jährige Ex-Bayern-Coach ist nicht unumstritten – fragwürdige Personalentscheidungen und mangelnde Kommunikation werden ihm vorgeworfen. Zählen kann Nagelsmann auf einen starken Bayern-Block um Captain Joshua Kimmich, Jonathan Tah – und Rückkehrer Manuel Neuer im Tor.
Zu erwarten ist, dass sich die Elfenbeinküste und Ecuador um den 2. Platz hinter Deutschland balgen werden. Für die Ivorer ist es die 4. WM-Teilnahme (nach 2006, 2010 und 2014), die Südamerikaner sind gar schon zum 5. Mal und zum 2. Mal in Serie an einer WM dabei. Auf den ganz grossen Coup warten aber beide Nationen noch: Einzig Ecuador gelang es 2006 in Deutschland, die Gruppenphase zu überstehen.
Der grosse Aussenseiter ist selbstredend WM-Neuling Curaçao, mit nur 156'000 Einwohnern der bisher kleinste WM-Teilnehmer. In der Qualifikation blieb die Karibik-Insel bei 7 Siegen in 10 Partien ungeschlagen. Bei der WM dürfte nur schon ein Tor oder ein Punkt bereits als grosser Erfolg verbucht werden. Hoffnung machen wird Curaçao, dass der 78-jährige Erfolgscoach Dick Advocaat nach seinem Rücktritt wieder an der Seitenlinie stehen wird.
Die Partien
- Sonntag, 14.6. – 19:00 Uhr: Deutschland – Curaçao (Houston)
- Montag, 15.6. – 01:00 Uhr: Elfenbeinküste – Ecuador (Philadelphia)
- Samstag, 20.6. – 22:00 Uhr: Deutschland – Elfenbeinküste (Toronto)
- Sonntag, 21.6. – 02:00 Uhr: Ecuador – Curaçao (Kansas City)
- Donnerstag, 25.6. – 22:00 Uhr: Curaçao – Elfenbeinküste (Philadelphia)
- Donnerstag, 25.6. – 22:00 Uhr: Ecuador – Deutschland (East Rutherford)
-
Bild 1 von 8. Manuel Neuer (40/Deutschland/Bayern). Er war die meistdiskutierte Personalie rund um das deutsche WM-Kader: Bayern-Torwart Neuer. Eigentlich war seine Nationalteam-Karriere nach dem Viertelfinal-Out an der Heim-EM 2024 zu Ende. Neuer selbst erklärte seinen Rücktritt und konzentrierte sich fortan voll auf Bayern München. Nun gibt es eines der grössten Comebacks in der DFB-Historie. Bildquelle: Imago/Buzzi.
-
Bild 2 von 8. Deniz Undav (29/Deutschland/Stuttgart). Neben Fragezeichen bei den Torhütern macht bei Deutschland auch der Angriff etwas Sorgen. Oder ist Stuttgarts Torjäger Undav die Antwort auf alle Fragen? Fakt ist: Undav ist der torgefährlichste deutsche Stürmer, traf in 29 Bundesliga-Spielen 19 Mal. Im Nationalteam weist er die starke Bilanz von 4 Toren in 7 Partien auf. Bildquelle: Imago/Sportfoto Rudel.
-
Bild 3 von 8. Yan Diomande (19/Elfenbeinküste/Leipzig). Vor ihm fürchten sich die Deutschen am meisten: RB Leipzigs Flügeldribbler Diomande. Der Teenager schaffte nach seinem Wechsel im Sommer 2025 in die Bundesliga auf Anhieb den Durchbruch. In 33 Liga-Partien sammelte er 21 Skorerpunkte. Zahlreiche Topklubs sind mittlerweile hinter ihm her. Bildquelle: Imago/DeFodi Images.
-
Bild 4 von 8. Evann Guessand (24/Elfenbeinküste/Crystal Palace). In der Saison 2020/21 schnürte der damals 19-jährige Angreifer Guessand seine Schuhe für Super-League-Aufsteiger Lausanne-Sport. 7 Tore und 5 Vorlagen konnte der ivorisch-französische Doppelbürger verbuchen. Mittlerweile steht Guessand in der Premier League unter Vertrag und ist fester Bestandteil der Elfenbeinküste. Bildquelle: Imago/Action Plus.
-
Bild 5 von 8. Moises Caicedo (24/Ecuador/Chelsea). Der Mittelfeldstar von Chelsea ist das Herz seines Teams. Im August 2023 wechselte Caicedo als 21-Jähriger für über 100 Millionen Franken zu den «Blues» – er ist damit einer der teuersten Spieler der Welt. Allgemein ist Ecuador in der Defensive gut bestückt: Neben Caicedo sind Willian Pacho (PSG) und Piero Hincapié (Arsenal) hervorzuheben. Bildquelle: Imago/ANP.
-
Bild 6 von 8. John Yeboah (25/Ecuador/Venedig). Der Topskorer von Serie-B-Meister Venedig (10 Tore/10 Assists) hat einen erstaunlichen Weg hinter sich. Yeboah wurde in Hamburg als Sohn eines Ghanaers und einer Ecuadorianerin geboren. Von der U16 bis zur U20 trug er das deutsche Trikot. Seit März 2024 ist er Nationalspieler Ecuadors – und trifft im 3. Gruppenspiel auf Deutschland. Bildquelle: Imago/DeFodi Images.
-
Bild 7 von 8. Dick Advocaat (78/Curaçao). Der grösste Name steht beim WM-Debütanten an der Seitenlinie. Dabei wäre eigentlich gar nicht geplant gewesen, dass Advocaat Curaçao an der WM betreuen wird. Der 78-jährige Niederländer trat nach der erfolgreichen Qualifikation zurück, um sich um seine kranke Tochter zu kümmern. Nach Protesten gegen den Nachfolger kehrte Advocaat aber zurück. Bildquelle: Imago/ANP.
-
Bild 8 von 8. Livano Comenencia (22/Curaçao/FC Zürich). Dank dem FCZ-Verteidiger steckt auch ein kleines bisschen Schweiz im WM-Neuling. Der frühere U-Nationalspieler der Niederlande ist seit seinem Debüt im Oktober 2024 ein wichtiger Bestandteil von Curaçao. In der Qualifikation steuerte Comenencia einen Treffer und eine Vorlage zur sensationellen WM-Teilnahme bei. Bildquelle: Imago/Eyepix Group.
Die Fortsetzung
Der Gruppensieger trifft im Sechzehntelfinal auf ein drittplatziertes Team der Gruppen A, B, C, D oder F. Der Zweitplatzierte bekommt es mit dem Zweitplatzierten der Gruppe I zu tun. Kommt aus der Gruppe E der Drittplatzierte weiter, trifft er auf den Sieger der Gruppe A, B, D, G, K oder L.