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Nach Deutschlands WM-Out Neuer erklärt Comeback für beendet – Kimmich kämpferisch

Nach dem Out im WM-Sechzehntelfinal prasselt Spott auf die DFB-Elf ein. Die Führungsspieler reagieren unterschiedlich.

Fussballspieler in gelber Torwartausrüstung auf dem Feld, Publikum im Hintergrund.
Legende: Leerer Blick nach der riesigen Enttäuschung Manuel Neuer schliesst das Kapitel DFB-Elf endgültig. imago images/Kirchner-Media

Mit dem blamablen Aus gegen Paraguay hat die Nationalmannschafts-Karriere von Manuel Neuer ein – erneutes – Ende genommen. «Ja», sagte der Torhüter auf die Frage, ob der Sechzehntelfinal der WM sein letztes Länderspiel gewesen sei, in der ARD. «Es ist extrem bitter, so aufzuhören.»

Neuer hatte bereits nach der EM 2024 in Deutschland (Viertelfinal-Aus) seinen Rücktritt erklärt, gab zur Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko aber sein Comeback im DFB-Trikot. Oliver Baumann, Stammkeeper in der Qualifikation, rückte wieder ins zweite Glied.

Kimmich denkt nicht ans Aufhören

Neuer ist der einzige Spieler des aktuellen deutschen Kaders, der beim WM-Titel 2014 schon dabei war. Die WM-Bilanzen der Generation um Captain Joshua Kimmich, Antonio Rüdiger, Leon Goretzka oder Kai Havertz sind dagegen wenig beeindruckend. Deutschland hat nun bei drei Endrunden hintereinander den Achtelfinal verpasst. Das letzte gewonnene K.o.-Spiel war der Final vor 12 Jahren in Rio de Janeiro gegen Argentinien.

Ob ausser Neuer weitere Spieler ihre DFB-Karriere beenden, bleibt abzuwarten. Zu den wenigen anderen Ü30ern im Team gehört auch Kimmich (31) – der einen Rücktritt ausschloss. «Ich werde immer die Power haben für einen neuen Anlauf. Was ich niemals tun werde, ist: aufgeben», sagte er.

Wir haben es wieder nicht geschafft, eine Mannschaft zu sein, mit der sich die Menschen identifizieren können.
Autor: Joshua Kimmich

Kimmich suchte keine Ausreden. «Als Kind, wenn man die Nationalmannschaft geguckt hat, war bei Turnieren immer Halbfinal, Final, Weltmeister. Es waren immer grosse Erfolge. Und wir haben es wieder nicht geschafft, eine Euphorie zu entfachen und eine Mannschaft auf dem Feld zu sein, mit der sich die Menschen identifizieren können.»

Klinsmann mit Rundumschlag

Mit Kritik nach dem bitteren Out im Penaltyschiessen gegen Paraguay und einem insgesamt wenig überzeugenden WM-Auftritt sparten auch frühere Exponenten der deutschen Nationalmannschaft nicht. «Es ist ein sehr trauriger Tag für uns alle in Deutschland, das haben wir nicht erwartet», sagte etwa Jürgen Klinsmann beim US-Sender ESPN und betonte: «Die Art und Weise, wie wir ausgeschieden sind, ist niederschmetternd, eine Peinlichkeit. Es ist genau so schrecklich wie in Katar vor vier und Russland vor acht Jahren.»

Gnädiger reagierte Bundeskanzler Friedrich Merz, der dem Team Mut zusprach. «Auch wenn das Ausscheiden schmerzt: Was für ein Spiel. Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch», hiess es in einem Beitrag in den sozialen Medien. Die Fans reagierten mit Spott. Die Wortkombination «Welches Spiel» trendete rasch auf X.

SRF zwei, sportlive, 29.6.2026, 21:50 Uhr ; 

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