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Nach WM-Out Kleine ganz gross und Murat Yakin als Innovator

Nach fast 6 Wochen in Nordamerika ist die WM 2026 nicht nur für die Schweizer Nati vorbei. Das ist aufgefallen.

Zwei Fussballspieler auf dem Spielfeld jubeln vor einer grossen Zuschauermenge.
Legende: Sorgten für tolle Stimmung Die Kapverdier begeisterten an der WM gegen Spanien, Uruguay und auch Argentinien. Steph Chambers/FIFA/Getty Images

Was war vor Beginn der Fussball-WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko geschnödet worden. Über die politischen Probleme, die die Trump-Regierung verursacht hatte, die fehlende WM-Stimmung und über zahlreiche sportliche Neuerungen, für die die Fifa verantwortlich ist. Während sich ein Teil der Kritik bestätigt hat, muss konstatiert werden: Einiges lief an der Mega-WM auch sehr gut.

Die Einreise

Zugegeben, als akkreditierter Journalist aus der Schweiz genoss man an der WM zahlreiche Privilegien. Neben den besten Sitzplätzen im Stadion umfasste das in den USA auch die vereinfachte Einreise. Nachdem man frühzeitig ein ESTA für die USA beantragt hatte – das hingegen eine zeitraubende Angelegenheit ist–, erwies sich die Ein- und Ausreise jeweils als Kinderspiel. Keine Spur von handgreiflichen ICE-Beamten oder unfreundlichen Flughafen-Officers. Dass es indes auch anders laufen kann, bekamen an der WM zum Beispiel Teams, Betreuer und Fans aus der DR Kongo, dem Iran oder Haiti zu spüren.

Die Stimmung

Nein, so richtig ist in den USA das WM-Feuer nicht entfacht worden. Was einerseits an der fehlenden Soccer-Tradition, andererseits aber auch an der Grösse des Landes liegt. Rund um das Nati-Camp in San Diego wähnte man sich jedenfalls nicht an einer Fussball-WM. Das änderte sich jeweils kurz, wenn Mexiko oder die USA spielten. Doch viele Fans im US-Shirt drückten ihrem Team einfach aus Patriotismus die Daumen, nicht immer war fundiertes Wissen dahinter. Ganz anders in Mexiko, und auch in Vancouver war vom WM-Fieber mehr zu spüren. Und im Achtel- und Viertelfinal gegen die Schweiz sorgten die kolumbianischen und argentinischen Fans für eine feurige Atmosphäre.

Die Neuerungen

  • Statt 32 Teams waren 2026 erstmals 48 Mannschaften am Start. Doch gerade die unbekannteren Länder wie Curaçao, Kap Verde oder die DR Kongo wussten zu überzeugen und machten Werbung in eigener Sache. Nicht jedoch der Modus: Weil 8 von 12 Gruppendritten in die K.o.-Runde einzogen und die Kriterien für die Setzung im Sechzehntelfinal nicht eben durchsichtig waren, herrschte bis zuletzt Verwirrung.
  • Auch mit den Hydration Breaks sind nicht alle warm geworden. Dass die Fifa die zusätzlichen Trinkpausen auch in kälteren Gefilden als notwendig erachtete und den finanziellen Aspekt der zusätzlichen Unterbrechung (Stichwort Werbung) in Abrede stellte, nahm dem Weltverband wohl niemand ab. Murat Yakin nutzte die Pausen als einer der ersten zur taktischen Feinjustierung. Es bleibt trotzdem zu hoffen, dass die Hydration Breaks nicht auch im Klubfussball Einzug halten werden.
  • Mehr Anklang fand das modifizierte Einlaufprogramm: Dass alle Spieler vor dem Spiel bei der Nationalhymne auf dem Feld stehen dürfen, ist auch ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber den Reservisten.

Schweizer erreichen ihr Ziel

Auch kleinere Regelanpassungen können einen grossen Einfluss haben, das musste die Nati am eigenen Leib erfahren. Weil auf die WM hin die «Mistaken identity»-Regel justiert worden war, flog Breel Embolo im Viertelfinal gegen Argentinien vom Platz. Mit zehn Mann kämpfte die Nati am Ende vergeblich gegen das Aus. Trotzdem erreichte sie das eigene, hochgesteckte Ziel: die beste WM der Geschichte zu spielen. Nach durchzogenem Start gegen Katar steigerte sich Yakins Team von Spiel zu Spiel und hatte am Ende trotz widriger Umstände (Topskorer Johan Manzambi fehlte verletzt) gar den Weltmeister am Rande einer Niederlage.

Resultate

SRF zwei, Sportlive, 12.07.26, 01:55 Uhr

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