«Besser geht's nicht, das sind die grössten Highlights in meinem Fussballerleben. Dafür habe ich hart gearbeitet.» Cedric Itten strahlt am Sonntagmorgen an der Nati-Medienkonferenz vom Podium der Jewish Academy. Erst wenige Stunden zuvor wurde sein Transfer zu Bremen bekannt, nun gibt er Auskunft darüber.
Itten war einer der wenigen Spieler in der Nati gewesen, die ohne Vertrag in die WM gegangen waren. Sein Vertrag mit Düsseldorf war ausgelaufen, nachdem er mit dem Klub aus der 2. Bundesliga abgestiegen war. Persönlich hatte Itten jedoch überzeugt und 15 Saisontreffer erzielt. Dementsprechend habe es auch von vielen Klubs Anfragen gegeben.
Rückkehr in die Bundesliga
Das Interesse von Werder sei schon seit Längerem bekannt gewesen. Trainer Daniel Thioune, den Itten aus seiner Anfangszeit bei Düsseldorf kennt, habe sich schon Mitte Mai bei ihm gemeldet. «Er wollte mich unbedingt haben. Werder ist ein sehr familiärer Klub mit viel Tradition. Da musste ich nicht lange überlegen und wollte auch nicht das WM-Ende abwarten.» Während sich Itten auf die WM fokussierte, klärten seine Berater im Hintergrund die Details.
Für den 29-Jährigen ist es eine Rückkehr in die Bundesliga. Er hatte bereits in der Hinrunde der Saison 2021/22 ein halbes Jahr leihweise für Greuther Fürth im Oberhaus gespielt. Im Vergleich zu damals sieht sich Itten gereift. Er habe vor allem im athletischen Bereich grosse Fortschritte gemacht, zudem für YB und Düsseldorf seitdem viele Tore erzielen können. «Diese Ruhe und Erfahrung nimmt man mit.»
Funkstille mit Muheim?
Dass es in Zukunft beim Nordderby zum Aufeinandertreffen mit Nati-Kollege Miro Muheim (HSV) kommen wird, quittiert Itten mit einer Geschichte. «Ich habe mit ihm vor der Unterschrift darüber gesprochen. Er hat mir gesagt, dass wir nachher kein Wort mehr miteinander wechseln werden und keine Freunde mehr sein können», witzelt er.
Es ist eine Anekdote, die auch die gute Stimmung in der Mannschaft illustrieren soll. Anders als letzte Woche im Blick kolportiert wurde, findet Itten die Teamzusammenstellung «sehr gut».
Ein besonderer Platz für das Premieren-Shirt
An der WM hatte zuvor seine Traumwoche schon Fahrt aufgenommen. Itten war in Los Angeles gegen Bosnien-Herzegowina in der Schlussphase eingewechselt worden und erlebte die Schlussphase des 4:1-Sieges hautnah mit. Das Shirt der Partie hat er natürlich nicht getauscht, «das bleibt bei mir und wird eingerahmt!»
Es soll nicht bei dem einen Shirt bleiben. Itten hofft auf weitere Einsätze, vielleicht schon am Mittwoch beim Gruppenfinale in Vancouver gegen Co-Gastgeber Kanada.