Naomi Luyet gehört zweifelsohne zu den grössten Talenten im Schweizer Frauenfussball. Mit 20 Jahren hat sie bereits fünf Länderspiele auf dem Buckel und auch schon ihr erstes Tor für die Nati erzielt. Nach dem Meistertitel mit YB im vergangenen Sommer belohnte sich Luyet mit einem Transfer zu Hoffenheim in die deutsche Bundesliga.
Dort hat die Walliserin allerdings noch kein Spiel bestritten. Das liegt nicht an ihrer Leistung oder der starken Konkurrenz, sondern an einer langwierigen Verletzung. Luyet leidet seit fast eineinhalb Jahren an einer Schambeinentzündung, die sich bei grosser sportlicher Belastung verschlimmert. Der Weg zurück dauert lange und braucht dementsprechend viel Geduld.
Einsatz zu früh
61 Liga-Minuten hat Luyet im ganzen Jahr 2025 absolviert, damals im Playoff-Final mit YB gegen GC. Mit ihrer Einwechslung kam die Wende für die Bernerinnen, im Penaltyschiessen verwandelte sie ihren Versuch souverän. Trotz ihrer guten Leistung gibt sie mittlerweile zu: «Der Einsatz kam viel zu früh.»
Die Offensivspielerin wollte unbedingt spielen und testen, was sie schon leisten kann. Denn die Heim-Europameisterschaft im vergangenen Sommer war immer im Hinterkopf. Schnell musste sich Luyet dann aber eingestehen, dass sie der Nati bei der EM nicht helfen kann.
Anfang schwierig, mittlerweile besser
Mit dem Wechsel zu Hoffenheim machte Luyet im Sommer trotz Verletzung den nächsten Karriereschritt. Dort war es am Anfang schwierig, gibt die 20-Jährige zu: «Wenn du nur in der Reha bist, siehst du wenig vom Team. Aber im Trainingslager habe ich dann die Mitspielerinnen gut kennengelernt.» Dazu seien auch noch weitere Akteurinnen verletzt, weshalb man sich auch in der Reha immer wieder über den Weg laufe.
Überhaupt nimmt der Genesungsprozess viel Zeit in Anspruch: «Ich komme am Morgen in die Reha und gehe am späten Nachmittag wieder nach Hause.» Es gehe immer wieder um «die gleichen Übungen». Langsam geht es aber vorwärts. «Ich kann auch mit dem Ball trainieren. Wir versuchen, jede Woche ein bisschen mehr zu machen.»
«Einfach wieder spielen»
Auch mental ist die lange Verletzungspause für Luyet nicht einfach. Zu Beginn hätte sie sich schon sehr geärgert. «Ich habe nie gedacht, dass es so lange dauern würde», sagt die Walliserin. «Mittlerweile habe ich aber mein Mindset geändert. Ich will einfach wieder spielen.»
Wann sie wieder auf dem Platz stehen wird, kann Luyet nicht abschätzen. Zu kompliziert ist die Schambeinentzündung, die Entwicklung ist kaum einschätzbar. Riskieren will die Schweizerin aber nichts: «Ich mache mir keinen Druck. Ich will einfach zurückkommen. Ein oder zwei Monate mehr machen da jetzt auch keinen Unterschied mehr.»