Im Juni 2024 wagte Sydney Schertenleib, damals 17-jährig, den Sprung aus der Women's Super League von GC zum FC Barcelona. Zuerst wäre die Schweizerin eigentlich für das zweite Team eingeplant gewesen, doch sie erkämpfte sich schnell einen Kaderplatz im ersten Team. Schon in ihrem fünften Einsatz erzielte sie ihr erstes Tor, war danach beim Meistertitel und beim Cupsieg mit dabei.
Mit fast zwei Jahren Abstand blickte Schertenleib im Nati-Camp in Lausanne auf ihre erste Zeit in Barcelona zurück. Zu Beginn sei es schon etwas surreal gewesen, doch sie habe «Glück gehabt, dass die besten Spielerinnen – etwa Alexia Putellas oder Aitana Bonmati – zu Beginn noch etwas länger Ferien hatten». So konnte sie sich etwas an Barcelona gewöhnen.
Nervöser Start
Als die «Stars» dann ins Training einstiegen, war Schertenleib zuerst baff: «Ich war sehr nervös und hatte am Anfang grossen Respekt, mit ihnen zu reden.» Doch dieses Gefühl hielt nicht lange: «Ich habe schnell gemerkt, dass sie extrem lieb sind. Sie haben mich sehr gut aufgenommen.»
Auf dem Trainingsplatz hätten Putellas und Co. dann schnell bewiesen, was sie draufhaben. Vom hohen Tempo und den spektakulären Dribblings liess sich die Zürcherin aber nicht beeindrucken. Sie nutzte die intensiven Trainings schnell als Chance, um sich selbst weiterzuentwickeln.
«Man lernt unglaublich schnell», sagt Schertenleib rückblickend. Mit weiterhin erst 19 Jahren ist die Stürmerin natürlich noch nicht am Zenit angekommen. «Ich bin weiterhin sehr dankbar, dass ich mit so guten Leuten auf dem Platz stehen darf.»
Der Spass bleibt
Nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz haben sich die Voraussetzungen für Schertenleib verändert. Statt in der Women's Super League vor wenigen Fans spielt sie nun in grossen Stadien, vor tausenden Fans, auch in der Champions League.
Zwar erinnere sie sich noch immer gern an die Zeit in der Schweiz, doch nun sei schon alles professioneller. «Es fühlt sich mehr an wie ein Job, wie Business. Doch das ist auch gut so, denn schliesslich ist es das, was ich schon als Kind machen wollte.» Was geblieben ist, ist der Spass – den will die Nati-Spielerin auch in Zukunft nicht verlieren.