Zum Inhalt springen

Fussball allgemein Wahl zum FIFA-Präsidenten - Platini will (noch) nicht

Michel Platini verzichtet auf eine Kandidatur als Präsident des Fussball-Weltverbands. Der aktuelle Präsident der UEFA beendet damit die anhaltenden Spekulationen und wird nicht gegen Sepp Blatter antreten.

Michel Platini und Sepp Blatter im Gespräch
Legende: Michel Platini verzichtet darauf, gegen Sepp Blatter anzutreten. Reuters

Lange war über eine allfällige Kandidatur Michel Platinis als neuer FIFA-Präsident spekuliert worden. Nun erklärte der Franzose bei einem Treffen der UEFA-Delegierten in Monaco seinen Verzicht. Am Mittag trat Platini schliesslich vor die Medien und machte seine Nicht-Kandidatur offiziell.

Platini: «Kein Verlegenheitsentscheid»

Er habe lange hin und her überlegt, äusserte sich Platini zu seinem Entscheid: «Aber der Zeitpunkt ist noch nicht gekommen, es ist nicht der Moment.» Vielmehr wolle er sich um eine dritte Amtszeit bei der UEFA bewerben - es sei eine «Wahl des Herzens» und nicht etwa ein «Verlegenheitsentscheid».

Eine Spitze gegen den amtierenden FIFA-Präsidenten konnte sich Platini indes nicht verkneifen: «Alle, die mich mögen, möchten, dass ich bei der UEFA bleibe - alle die Herrn Blatter nicht mögen, möchten, dass ich zur FIFA gehe.»

Aussichtsloses Unterfangen?

Damit geht Platini bei der Wahl beim Kongress am 29. Mai 2015 dem direkten Duell mit Blatter aus dem Weg. Der Weltfussballverband FIFA wird seit 1998 vom Walliser präsidiert. Sämtliche Funktionäre, die gegen ihn antraten, scheiterten seither.

Platini selbst sah seine Chancen indes intakt: «Ich kann Herrn Blatter schlagen. Aber vielleicht werden wir das erst in vier, sechs oder zehn Jahren erfahren». Seine Kritik am Weltverband und dessen Präsidenten erneuerte der 59-Jährige: «Wir brauchen frischen Wind. Ich habe gesagt: 'Sepp, du solltest nicht mehr kandidieren'.»

Überschaubare Opposition für Blatter

Verbleibender Herausforderer bleibt somit vorerst der Franzose Jérôme Champagne (56), der als absoluter Aussenseiter ins Rennen geht. Aufgrund der beim Kongress verabschiedeten Regularien müssen alle Kandidaten noch bestätigt werden. Fraglich bleibt, ob die «europäische Opposition» gegen Blatter einen anderen Kandidaten aufstellen wird - allein des Wahlkampfes wegen.

Sendebezug: Radio SRF 3, Mittagsbulletin, 28.8.14, 12:00 Uhr

8 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Arno Ruckstuhl, Rotkreuz
    Sepp Blatter wird wohl wiedergewählt – von seinen engsten Verbündeten und Geldgebern im FIFA-Exekutivkomitee. Was mich masslos ärgert ist, dass dieser „gemeinnützige Verein“ den Hauptsitz, notabene an bester Lage, in der Schweiz hat. Wann reagiert endlich unsere Politik? Als CH-Bürger hätte ich euch einen Vorschlag: Jeder Schweizer-Bürger spendet 1 Fr, damit kaufen wir für alle FIFA-Exekutivkomitee Mitglieder One Way Tickets nach Aserbaidschan.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von andreas meier, winterthur
    ein sich wiederholendes sehr grosses trauerspiel in der menschheitsgeschichte: ein festhalten an der macht. sich als unersetzbar halten??? zum glück ist dies in normalen demokratien geregelt. da gehört die fifa noch nicht dazu: profitieren bis zum umfallen ist da der leitspruch!!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Anna Marthaler, Zürich
    Vor der Cleverness, mit der dieser schlaue Walliser das Heer von Neidern, Intriganten und Feinden vom Leib hält, ziehe ich den Hut. Wenn unsere ParlamentarierInnen nicht auf den Kopf gefallen wären, müssten sie schon seit Jahren allen BundesrätInnen (und allen, die sich als KandidatInnen wähnen) ein Intensiv-Seminar bei Sepp Blatter vorschreiben. Blatter könnte ihnen beibringen, wie man mit Kritik umgeht, wie man Fehler vermeidet, wie man Heimvorteile ausnützt und das Tafelsilber verteidigt...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von J. Brunner, Basel
      und vorallem wie man die Leute für dumm verkauft
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von T. Krem, Muota
      ...und wie man Geld wäscht, Offizielle und Politiker besticht, wie man Medien zensuriert und Kritiker zum schweigen bringt, wie man unangenehme Jurnalisten kauft, wie man mit Oligarchen und skrupellosen Kapitalisten ins Bett steigt...noch mehr? Bedenklich das so ein Mensch als Vorbild gesehen wird.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen