In übermässige Euphorie verfiel Heilsbringer Urs Fischer nicht. «Es ist noch ein langer Weg», sagte der Mainz-Trainer nach dem überraschenden 2:1 in Leipzig. Es war eine Woche nach dem kapitalen 3:1-Erfolg gegen Wolfsburg aber ein gewaltiges Zeichen im Abstiegskampf, das zu grossen Teilen auf das Konto des neuen Cheftrainers geht. Der Schweizer hat Mainz wach geküsst und ist auf dem besten Weg, das Team aus dem Tabellenkeller zu führen.
Den Anschluss haben wir geschafft, aber mehr noch nicht.
Während die rund 1200 mitgereisten Fans ausgelassen feierten, blieb Fischer gewohnt nüchtern. «Es sind noch 14 Spiele, es sind noch viele Punkte. Wir haben den Anschluss geschafft, und das muss auch eine gewisse Zuversicht geben», sagte der 59-Jährige. Für Fischer zählt weniger der Moment als die Perspektive – und die ist für Mainz erstmals seit Wochen wieder positiv.
Doppelt so gut wie Henriksen
Dabei hätte der Trainer durchaus Grund für Euphorie. In seinen ersten 7 Spielen holte Mainz stolze 12 Punkte – doppelt so viele wie in den ersten 13 Saisonspielen zuvor. Seit Fischer im Dezember die Nachfolge von Bo Henriksen angetreten hat, ist die Trendwende offensichtlich und trägt klar seine Handschrift.
Das Selbstvertrauen kehrt in die Mannschaft zurück. «Urs Fischer und sein Team stellen uns super auf die Spiele ein. Das sieht man von Spiel zu Spiel, und wir lernen relativ schnell», lobte Winterzugang Phillip Tietz seinen neuen Trainer. Die Mainzer wirken strukturierter, kompakter und vor allem wieder konkurrenzfähig, auch gegen stärker eingeschätzte Gegner.
Es braucht weitere Punkte
Trotz des klaren Aufwärtstrends bleibt die Lage jedoch angespannt, Mainz liegt weiterhin auf dem Relegationsplatz. «Den Anschluss haben wir geschafft, aber mehr noch nicht. Jetzt dürfen wir uns über diesen Sieg ein, zwei Tage freuen, aber dann gilt es, die nächste Aufgabe anzugehen», sagte Fischer. Mit Augsburg kommt am nächsten Samstag ein ebenfalls formverbesserter Gegner aus dem Tabellenkeller.
Man wolle «punkten, punkten, punkten», gab Innenverteidiger Stefan Bell die Marschroute vor. Und genau das ist die Disziplin, in der Urs Fischer bekanntlich zu Hause ist.