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Münchner Anhänger sorgen für Skandal (ARD, Autor: Stefan Kersthold)
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Fragen und Antworten zum Eklat Hetze gegen Hopp: Zwischen Hassfigur und Heilsbringer

In der Bundesliga hetzten die Fans gegen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Eklat.

Was ist genau passiert?

Am 24. Spieltag der Bundesliga wurde in mehreren Stadien gegen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp gehetzt. In Sinsheim wurde die Partie zwischen Hoffenheim und Bayern aufgrund von Hass-Plakaten im Bayern-Fanblock 2-mal unterbrochen. Schiedsrichter Christian Dingert führte die Teams in der 77. Minute für eine Viertelstunde vom Feld. Nach Wiederanpfiff einigten sich die Teams auf einen «Nichtangriffspakt», um gegen die Vorfälle zu protestieren.

Was ist der Grund für die Hetze?

Als Auslöser der koordinierten Aktion von Ultra-Gruppierungen gilt die vom Sportgericht des DFB ausgesprochene Kollektivstrafe gegen Dortmunds Fans. Die BVB-Anhänger dürfen in den kommenden beiden Saisons wegen ihrer Hopp-Schmähungen in der Vergangenheit nicht ins Sinsheimer Stadion.

Weiters prangert ein harter Kern der Fans an: Hopp, der als Musterbeispiel für die Kommerzialisierung im Fussball steht, hat den Erfolg gekauft. Mit seinem Geld hat der Milliardär und einstige Mitbegründer des IT-Unternehmens SAP den Dorfklub Hoffenheim zu einem Bundesligisten gemacht. Ihm wird zudem aus anderen Fan-Lagern vorgeworfen, er habe gegen die 50+1-Regel verstossen.

Die 50+1-Regel

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Sie besagt, dass die Bundesliga-Klubs die Mehrheit an Stimmanteilen halten müssen (50 Prozent + 1 Stimme). So soll verhindert werden, dass sich Investoren die Entscheidungshoheit «erkaufen» können.

Wie sehen die ersten Konsequenzen aus?

Die Klubs wollen die Täter ausfindig machen und zur Rechenschaft ziehen. «Wir haben diese ganzen Vorkommnisse filmen lassen, wir werden mit aller Schärfe gegen die Verantwortlichen, die den FC Bayern diskreditiert haben, juristisch vorgehen und sie zur Rechenschaft ziehen», sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Zudem ermittelt der DFB-Kontrollausschuss.

Wer ist Dietmar Hopp?

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Der 1940 in Heidelberg geborene Dietmar Hopp gehört zu den grössten Reizfiguren im deutschen Fussball. Als Mitbegründer des IT-Unternehmens SAP wurde er zu einem der reichsten Deutschen. Öfters wurde er auch öffentlich mit der Nazi-Vergangenheit seines Vaters Emil, der SA-Truppführer war, konfrontiert.

In der Rhein-Neckar-Region gilt Hopp, der selbst einst für Hoffenheim spielte, als regelrechter Heilsbringer. Mit seiner Stiftung hat er nach eigenen Angaben rund 800 Millionen Euro ausgegeben – für Kindergärten, Altenheime, Krebsforschung, Bildung, Jugendsport und mehr.

Was könnte folgen?

Die Bundesliga ist auf der Suche nach einer einheitlichen Linie. Dabei muss die Frage geklärt werden, an welchem Punkt die Hetze (Rassismus, Homophobie, etc.) beginnt und der Schiedsrichter die Drei-Stufen-Vorgabe bis hin zum Spielabbruch umsetzen soll. Zudem muss das Verhältnis der Klubs zu ihren vielerorts einflussreichen Ultras geklärt werden.

Sendebezug: Radio SRF 1, Nachmittagsbulletin, 1.3.2020, 17:10 Uhr

pro/agenturen

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36 Kommentare

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  • Kommentar von Mathis Schlegel  (Jona)
    Ich habe grössten Respekt vor Herrn Hopp!
    Er unterstützt seinen Lieblingsverein, welcher sich in seiner Gegend befindet und lässt den Verein nicht wie viele "ausländische" Investoren wieder fallen. Andere Grossvereine haben auch Hauptsponsoren! Vielfach eine Firma. Die kommen und gehen wie sie wollen.
    Von den Fans alleine kann ein Verein schon lange nicht mehr leben.
    Schaut Euch mal um in den ausländischen Ligen, da sind meistens Mäzene involviert welche überhaupt nichts mit der Gegend..
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  • Kommentar von Beat Rutishauser  (bruti)
    Als die Muttenzer-Kurve Gigi Oehri mit Sprechchören und im Netz beschimpfte, wurde kaum Aufsehen gemacht. Die Boulevardpresse unterstützte dies sogar und man schrieb von den Millonarios die die Meisterschaft verfälschten. - Wahrscheinlich ist es immer noch was anderes ob es eine Frau oder ein Mann betrifft.
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  • Kommentar von Martin Gebauer  (Gebi)
    Unglaublich wie sich die Stammtischfraktion hier wieder in Rage schreibt. Am liebsten hättet ihr wohl, wenn Standgerichte die Ultras gleich hinter dem Stadion zu 25 Jahren Zuchthaus verurteilen würden. Wer sich differenzierter mit dem Thema auseinandersetzt, merkt schnell, dass die Ultras mit ihren Protesten nicht ganz unrecht haben. Über deren Stil möchte ich hier nichts schreiben. Währe der DFB bei Rassismusvorfällen genau so eifrig, sähe die Sache schon anders aus.
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    1. Antwort von roland goetschi  (pandabiss)
      Wer mit Morddrohungen sich gehör verschaffen will, sollte sich nicht wundern wenn niemand mehr zuhören will.
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