Vor ziemlich genau sechs Jahren schrieb Diego Benaglio bereits einmal an einem Wolfsburger Fussball-Märchen mit. Der Schweizer Goalie und sein Team überholten dank einer überragenden Rückrunde einen Bundesliga-Klub um den anderen und preschten vom 9. Platz während der Winterpause an die Spitze vor. Am 23. Mai 2009 stemmte Captain Josué die Meisterschale in die Höhe.
Als grosse Figuren beim bisher einzigen Titelgewinn gingen die beiden Stürmer Edin Dzeko und Grafite, die zusammen nicht weniger als 54 Tore erzielten, in die Klubgeschichte ein.
Am Samstag winkt Benaglio die Chance, als einziger Stammspieler nicht nur beim ersten Meistertitel, sondern auch beim ersten Pokalsieg mit von der Partie zu sein. Neben ihm ist einzig Marcel Schäfer aus der Meistermannschaft von 2009 noch dabei, allerdings in der Rolle als Ergänzungsspieler.
Im sechsten Anlauf in den Final
Der erste Finaleinzug wollte erdauert werden. «Ich habe in siebeneinhalb Jahren in Wolfsburg schon fünfmal im Halbfinal gestanden, darunter waren drei Auswärtsspiele in München. Das ist ja bekanntlich nie ganz leicht», erläuterte Benaglio im Interview mit dem DFB. Dieses Jahr lachte dem VfL bei der Auslosung aber das Glück, musste mit Absteiger Freiburg doch nur gerade ein Klub aus der 1. Bundesliga besiegt werden.
Gegner im Final von Berlin ist Borussia Dortmund. Im Gegensatz zum VfL Wolfsburg, der eine überragende Saison auf dem 2. Rang abschloss, musste der BVB gehörig unten durch. Dank einer Steigerung in der zweiten Saisonhälfte schaute immerhin noch Platz 7 heraus.
Schlusspunkt einer starken Saison
«Ich bin überzeugt, dass wir keine schlechten Karten haben. Wir sind als Mannschaft zusammengewachsen und haben Selbstvertrauen getankt», gibt sich Benaglio vor dem Spiel zuversichtlich. Mit ihm streben auch Ricardo Rodriguez und Timm Klose nach dem ersten Gewinn des DFB-Pokals.
Ab 20 Uhr entscheidet sich, ob das Schweizer Trio das zweite grosse Erfolgskapitel des VfL Wolfsburg mitschreiben wird. «Für den Verein und die Stadt wäre dieser Sieg etwas ganz Besonderes. Die Euphorie ist spürbar, alle fiebern dem Spiel entgegen. Und wir wollen uns und unsere Fans für eine tolle Saison mit diesem Titel belohnen», so Benaglio.
Weitere Fakten zum DFB-Pokal
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Bild 1 von 5. Das Olympia-Stadion von Berlin. ist seit 1985 Austragungsort des Pokalfinals. Es wird mit 76'197 Zuschauern ausverkauft sein. Bildquelle: Imago.
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Bild 2 von 5. Die Trophäe. Der Pokal ist 5,7 kg schwer, 52 Zentimeter hoch und aus verzinktem Sterlingsilber. Ihn zieren zwölf Turmalien, 12 Bergkristalle und 18 Nephriten. Der materielle Wert wird auf 100'000 Euro geschätzt. Bildquelle: EQ Images.
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Bild 3 von 5. Torlinien-Technologie. wird erstmals im deutschen Profifussball eingesetzt. Auslöser war der nicht gegebene Treffer des Dortmunders Mats Hummels im Final vom letzten Jahr gegen Bayern (0:2 n.V.). Bildquelle: Imago.
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Bild 4 von 5. Zweites Duell. Im Pokal trafen Dortmund und Wolfsburg erst einmal aufeinander. Vor einem guten Jahr gewann der BVB den Halbfinal zuhause mit 2:0. Bildquelle: Imago.
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Bild 5 von 5. Jürgen Klopp. möchte sich mit dem zweiten Pokalsieg nach 2012 aus Dortmund verabschieden. Bildquelle: Imago.
Sendebezug: Radio SRF 3, Nachmittagsbulletin, 23.05.15 17:10 Uhr.