Zum Inhalt springen

Header

Video
Die Super League scheint am Ende, die Fans sind glücklich
Aus Sport-Clip vom 21.04.2021.
abspielen
Inhalt

Super League vor dem Aus Agnelli gibt nach Rückzug der englischen Teams auf

  • Bis Mittwochmorgen ziehen sich alle 6 englischen Gründungsmitglieder der European Super League zurück.
  • Kurze Zeit später resigniert auch Juventus-Präsident Andrea Agnelli, ehe ausserdem Atletico, Inter und die AC Milan ihren Rückzug bekanntgeben.
  • Barcelona hatte bereits am Dienstag bekannt gegeben, dass man noch einmal über die Teilnahme beraten werde. Real Madrid hat sich noch nicht zur neuen Situation geäussert.
  • Damit scheint das neue Projekt, das in Konkurrenz zur Champions League gestanden wäre, bereits wieder begraben.

Das dürfte der endgültige Dolchstoss für die vielkritisierte European Super League sein: Auch Juventus-Präsident Andrea Agnelli, Vize im Gremium des geplanten Wettbewerbs, scheint den Glauben daran verloren zu haben. Er antwortete am Mittwoch gegenüber Reuters auf die Frage, ob der elitäre Wettkampf noch eine Chance habe: «Um ganz ehrlich zu sein: Nein. Das ist offensichtlich nicht der Fall.» Die eigentlichen Gründungsmitglieder Atletico Madrid und Inter Mailand verkündeten kurz darauf ebenfalls ihren Rückzug.

Al-Khelaifi neuer ECA-Präsident

Box aufklappenBox zuklappen

Nasser Al-Khelaifi, der Präsident von Paris Saint-Germain, ist nun auch das Oberhaupt der Europäischen Klubvereinigung ECA. Der Katarer tritt die Nachfolger des Italieners Andrea Agnelli an. Agnelli war von seinem Posten bei der ECA zurückgetreten, um das mittlerweile wieder zurückgezogene Projekt für eine europäische Super League voranzutreiben.

Noch wenige Stunden zuvor hatte Agnelli in einem Interview mit La Repubblica noch das genaue Gegenteil betont. Zudem hatte die Super League in einem Statement verlauten lassen, dass die Pläne nicht vom Tisch seien. «Wir schlagen einen neuen europäischen Wettbewerb vor, weil das bestehende System nicht funktioniert.»

Premier-League-Klubs zogen sich am Dienstag zurück

Den Anfang vom schnellen Ende hatte Manchester City am späten Dienstagabend mit seinem Rückzug von der Super League eingeleitet. Um Mitternacht zogen 4 weitere englische Klubs nach. Keine 48 Stunden nach der grossen Verkündung gaben auch Liverpool, Tottenham, Manchester United und Arsenal ihre Pläne auf, an einer europäischen Super League teilzunehmen.

Video
Archiv: Turbulenzen und viel Gesprächsstoff um Super League
Aus Sport-Clip vom 20.04.2021.
abspielen

Zuletzt gab der FC Chelsea in der Nacht zum Mittwoch als letzter der 6 Topklubs den Rückzug in einer Mitteilung auf der Klub-Homepage bekannt. Nach der Ankündigung von 12 Weltklubs, eine Uefa-unabhängige Superliga zu gründen, war ein Proteststurm ausgebrochen. «Wir haben einen Fehler gemacht, und dafür entschuldigen wir uns», teilte etwa Arsenal mit.

Sie haben grosse Klugheit gezeigt, auf die vielen Stimmen – vor allem ihrer Fans – zu hören.
Autor: Aleksander CeferinUefa-Präsident

Uefa-Präsident Aleksander Ceferin begrüsste den Schritt der englischen Klubs: «Sie haben grosse Klugheit gezeigt, auf die vielen Stimmen – vor allem ihrer Fans – zu hören, die auf die vielen Vorteile des aktuellen Systems für den ganzen europäischen Fussball hingewiesen haben.»

Video
Guardiola: «Kein Sport, wenn Erfolg garantiert ist» (SNTV)
Aus Sport-Clip vom 20.04.2021.
abspielen

Ceferin stellte klar: «Es benötigt Courage, einen Fehler zuzugeben. Aber ich hatte nie einen Zweifel daran, dass sie Fähigkeit und den gesunden Verstand haben, diese Entscheidung zu treffen.»

Jubel bei Chelsea-Fans – ManUnited-Geschäftsführer tritt ab

Manchester Uniteds Geschäftsführer Ed Woodward, eine treibende Kraft hinter der Liga, verkündete seinen Abschied zum Jahresende.

Bei etwa 1000 protestierenden Fans am Chelsea-Stadion brandete am Abend im Rahmen des Spiels gegen Brighton Jubel auf, als sich die Nachricht verbreitete. Die Anhänger verschiedener Vereine hatten zuvor gegen das neue Konstrukt demonstriert. Der grosse Auflauf sorgte sogar dafür, dass der Anstoss gegen Brighton & Hove Albion um 15 Minuten verschoben wurde.

Die Chelsea-Fans protestieren gegen die Super-League-Pläne.
Legende: «Schämt euch!» Die Chelsea-Fans protestieren gegen die Super-League-Pläne. imago images

Der Protest war zuvor laut und kreativ abgelaufen. Sprüche wie «Ruhe in Frieden Fussball 1863 – 2021» und «Von den Armen geschaffen, von den Reichen gestohlen» waren auf den Schildern zu lesen, die die Fans hoch hielten.

Am Mittwochmittag schliesslich – 12 Stunden nach den Klubs aus der Premier League – gaben auch die beiden Mailänder Vertreter Inter und die AC bekannt, auf eine Teilnahme an der Super League zu verzichten. Auch Atletico Madrid rückte wieder vom Vorhaben ab.

SRF zwei, «Super League Goool», 18.04.2021;

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

61 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Jean-Denis Lutz  (Answerthink)
    Was für ein lächerlicher und stümperhafter Vorstoss. Meine Güte, peinlicher gehts nimmer. Und das Vertrauen der Fans für immer weg. Das ist purer Verrat an den Fussballfans. Wobei dies auch so unter der Uefa-Knute läuft. Geld regiert die Welt, wie bei Corona auch.
  • Kommentar von Töbu Merz  (Saibot Zrem)
    Ein Entscheid für den Fussball.
    Die Tradition hat gesiegt.
    Die Fans haben gesiegt!
    Gut so
    1. Antwort von David Peier  (RobDiNero)
      Die Fans haben gesiegt? Das ist das was die Clubs den Fans verticken wollen.

      Laut einigen Medien ist zu lesen, dass Boris Johnson wie angekündigt mit den englischen Vereinen in Kontakt getreten ist - mit der Drohung von Luxussteuern anzuheben und mit komplexen Verfahren für Aufenthaltsgenehmigungen der Spieler, was durch Brexit kein Problem wäre. Diesem Druck hielten die englischen Clubs nicht stand - was das Projekt zum scheitern verurteilte.

      Aber die Fans haben gesiegt! :D
    2. Antwort von David Peier  (RobDiNero)
      Ich bleibe dabei... Gewonnen haben weder die Fans, noch die Clubs. Gewonnen hat NUR die UEFA!
    3. Antwort von Felice Limacher  (Felimas)
      Ich bin immer wieder eratunt wie oberflächlich und naiv gewisse Machenschaften wahrgenommen werden. Fertig- und Nachhaltig denken wird zunehmend rar. Schade.
  • Kommentar von Roger Ebischer  (RO.Ebi)
    Jeder der die UEFA mit der Super League vergleicht, hat sich wohl folgendes nicht überlegt: logisch ist die UEFA nicht unbefleckt. Trotzdem darf man nicht vergesse, dass die FIFA und die UEFA viel in die Jugend und in armen Ländern investiert. Dies hätte die European Super League nicht in Absicht. Zudem spalten sich dabei die super Reichen noch mehr von der Arbeiterklasse ab, was einen neue Dimension wäre. Dieser Vergleich ist einfach unbedacht.