Seit der ersten Austragung der Nations League im Herbst 2018 sind klassische Freundschaftsspiele zur Rarität verkommen. Bloss im Vorfeld von Grossanlässen wollen Nationalmannschaften den Ernstfall simulieren, ihre Abläufe testen – und ihren Fans im Idealfall grosse Gegner bieten.
Doch was sich auf dem Papier simpel liest, ist es in der Praxis nicht. Duelle mit Ländern wie Spanien, England oder Frankreich sind begehrt. Und dementsprechend teuer. Kleinere Nationen locken Schwergewichte mittlerweile mit zum Teil hohen Antrittsgagen. Argentinien ging vor ein paar Jahren gar so weit, Länderspiele im Ausland über eine Agentur vermarkten zu lassen, um so noch mehr einnehmen zu können. Auch die Nati soll gemäss CH Media für ihre Testpartie in Norwegen am kommenden Dienstag in Oslo 70'000 Franken kassieren.
Der Tecklenburg-Transfer zahlt sich aus
So erstaunt es umso mehr, dass Deutschland, der erste Schweizer Testspielgegner vor der WM 2026, am Freitag gratis in Basel antritt und auch keine Reise- oder Hotelkosten anfallen. Hintergrund der Geschichte: Beim Wechsel der damaligen Frauen-Nati-Trainerin Martina Voss-Tecklenburg zum Deutschen Fussball-Bund 2018 verzichtete der SFV auf grosse Hürden. Im Gegenzug verpflichtete sich der DFB jedoch, im Rahmen des 125-Jahr-Jubiläums des SFV ein Testspiel der Männer in der Schweiz zu absolvieren.
Zwar liegt dieses Jubiläum mittlerweile bald 6 Jahre zurück. Wegen Corona und der EURO 2024 (als Deutschland und die Schweiz in der Gruppenphase aufeinandertrafen) wurde das Geschenk indes noch nicht eingelöst. Dazu kommt es nun am Freitag. Für den SFV könnten bei ausverkauftem Stadion bis zu eine Million Franken herausspringen.