- Die Schweiz kommt beim 2. Testspiel im WM-Jahr in Oslo gegen Norwegen zu einem 0:0.
- Nati-Coach Murat Yakin nutzt die Partie zu einer Systemumstellung und testet eine 3-4-3-Formation.
- In der Offensive können beide Equipen nicht überzeugen.
Nach den 4 Gegentoren in Basel gegen Deutschland war die Devise für Test Nummer 2 im WM-Jahr im Schweizer Lager klar: die Defensive stärken. Dies – das muss man dem Team von Nati-Coach Murat Yakin zugestehen – glückte gegen Norwegen. Gegen ebenjenes Team, das in der WM-Qualifikation mit 37 Treffern in 8 Partien das torgefährlichste gewesen war.
Doch im Spiel nach vorne ging auf dem tiefen Terrain im Ullevaal-Stadion in Oslo nicht viel. Ohne den nach seiner im Januar erlittenen Muskelverletzung geschonten Captain Granit Xhaka fehlten die Ideen in der Offensive. Doch auch den Norwegern merkte man vier Tage nach dem 1:2 gegen die Niederlande die Absenz von Spielgestalter Martin Ödegaard an.
Das neue System ist kein Problem
Immerhin durfte Yakin mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen, dass der Nati auch das «Alternativ-System» passt. In einem 3-4-3 mit Denis Zakaria an der Seite von Manuel Akanji und Nico Elvedi hatten die Schweizer mehr Ballbesitz und liessen Norwegens Superstar Erling Haaland nie zur Entfaltung kommen. Nach 62 Minuten verliess der ManCity-Stürmer den Platz ohne Tor. Etwas, das beim 25-Jährigen in den letzten 14 Länderspielen zuvor nur einmal vorgekommen war.
Im Vergleich zum Deutschland-Spiel durften neben Zakaria auch Ardon Jashari, Michel Aebischer und Goalie Yvon Mvogo von Beginn an ran. Sie alle machten ihre Sache gegen den Ball gut.
Wechselorgie in der Pause
Chancen waren auf dem Rasen, der den Namen kaum verdiente, indes absolute Mangelware. Die Nati hatte ihre beste Phase unmittelbar vor der Pause, als zunächst die Abschlüsse von Fabian Rieder und Dan Ndoye geblockt wurden, und wenig später scheiterte Ruben Vargas. Nach schönem Zusammenspiel über die rechte Seite schoss der Sevilla-Stürmer über das Tor.
Danach zog Yakin seinem Team in Eigenregie den Stecker. Der 51-Jährige wechselte vor 23'913 Zuschauern in der Pause 7 (!) Mal und die Nati verlor das Momentum. Norwegen kam zwar besser auf, konnte seinem Ruf als WM-Geheimfavorit aber nicht gerecht werden. Obwohl es genug Gründe für eine Nachspielzeit gegeben hätte, pfiff Schiedsrichter Jasper Vergoote die Partie nach 90 Minuten ab – traurig dürfte darüber niemand gewesen sein, der dieses Spiel gesehen hatte.
Nachdem die Schweiz das Fussballjahr 2025 ohne Niederlage abgeschlossen hatte, wartet sie im WM-Jahr nach dem 2. Spiel noch auf einen Sieg. Richtig zählen wird es jedoch erst im Sommer.
So geht es weiter
Nach Norwegen ist vor der WM: Das nächste Mal trifft sich die Nati zur unmittelbaren Vorbereitung auf das Mega-Turnier in den USA, Kanada und Mexiko. Am 31. Mai (15:00 Uhr) präsentiert man sich in St. Gallen gegen Jordanien ein letztes Mal in der Heimat, dann fliegt die Nati in die USA, wo ein letztes Testspiel vor Ort geplant ist (Ort und Zeit noch offen). Der Schweizer WM-Auftakt steigt am 13. Juni in San Francisco gegen Katar.