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Resultat vs. Experimentieren Für «Wechsel-Fan» Yakin ist das Resultat zweitrangig

Der Nati-Coach verändert sein Team im Verlauf des Spiels gegen Deutschland radikal – und will dies so weiterführen.

Als er am Donnerstag an der Medienkonferenz vor dem Duell mit Deutschland auf die Möglichkeit von elf Wechseln angesprochen worden war, war Murat Yakin bereits ein Lächeln über die Lippen gehuscht. Der 51-Jährige, bekennender Fan des «Durchwechselns» in Testspielen, verriet schon da, dass er einiges ausprobieren werde.

Und so kam es dann auch: Während sich Antipode Julian Nagelsmann auf vier Auswechslungen beschränkte, stand beim Abpfiff kein einziger Schweizer Feldspieler mehr auf dem Platz, der schon den Anpfiff erlebt hatte. Vier Wechsel nahm der Schweizer Trainer in der Halbzeit vor, je drei weitere in der 62. und 78. Minute. Einzig Goalie Gregor Kobel durfte durchspielen.

Das Zakaria-Experiment

In den zweiten 45 Minuten zeigte sich auch erstmals in der Nati, was Yakin mit Denis Zakaria vorhat. Der Genfer ist bei Monaco nicht nur Captain, sondern hat in den letzten Jahren auch eine Metamorphose vom Mittelfeldspieler zum Abwehrchef durchgemacht.

Klar wollen wir immer gewinnen, aber der Plan für die Testspiele war immer, an der WM möglichst viele Optionen zu haben.
Autor: Murat Yakin Nati-Coach

Doch Yakin tut sich schwer damit, für den 29-Jährigen eine Rolle zu finden. In Basel durfte sich Zakaria in der 2. Halbzeit als Backup von Silvan Widmer als Rechtsverteidiger präsentieren – und nicht wie erwartet in einer Dreierabwehr. Er soll also quasi die Rolle Michel Aebischers an der EM 2024 übernehmen. Brillieren konnte Zakaria mangels Ballbesitz aber nicht.

Erkenntnisgewinn steht über allem

Mehr Pluspunkte sammelten Johan Manzambi und Joël Monteiro. Während der wirblige Freiburger immer wieder Unruhe in die deutsche Defensive brachte – aber bei einem Konter zu wenig zielstrebig war –, traf YB-Stürmer Monteiro im 6. Nati-Einsatz zum 2. Mal.

Ansonsten war der Nati anzusehen, dass ihr nach der Pause Erfahrung und Eingespieltheit abging. Ein Fakt, den Yakin offenbar in Kauf nimmt: «Manchmal braucht es solche Spiele. Trotzdem war es wichtig, dass die Spieler ihre Einsatzminuten erhielten. Und ich habe viele Erkenntnisse gewonnen», erklärte der Nati-Coach nach dem Spiel und führte aus: «Klar wollen wir immer gewinnen, aber der Plan für die Testspiele war immer, an der WM möglichst viele Optionen zu haben.»

Weil die WM bei noch 3 anstehenden Testspielen quasi vor der Tür steht, ist auch schon klar, dass Yakin auch am Dienstag in Norwegen an seiner Taktik festhalten wird – und das Resultat zweitrangig ist. Abgerechnet wird dann am Highlight im Sommer in den USA, Kanada und Mexiko.

Resultate

SRF zwei, Sportlive, 27.03.2026, 20:10 Uhr

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