- Im ersten Testspiel des WM-Jahres verliert die Schweiz in Basel gegen Deutschland mit 3:4.
- Vor 34'316 Fans im ausverkauften St. Jakob-Park schwingt sich Florian Wirtz mit einem Doppelpack zum Matchwinner auf.
- Die Nati kann die vielen Wechsel nach der Pause nicht kaschieren.
Die letzte Pointe im Duell zwischen der Schweiz und Deutschland war den Gästen vorbehalten: Fünf Minuten vor dem Ende schoss Florian Wirtz den Ball am machtlosen Gregor Kobel vorbei zum 4:3 in die Maschen. Die im Vergleich zum Anpfiff auf 10 Positionen veränderte Nati vermochte in den Schlussminuten nicht mehr zu reagieren.
Damit ist der Nati der Start ins WM-Jahr resultattechnisch missglückt. Murat Yakins Plan, das Wechselkontingent (fast) ganz auszuschöpfen und zahlreiche Akteure zu testen, ging indes auf. Was aber auch auffiel: Mit dem zweiten Anzug kann die Schweiz nicht mit einem Team wie Deutschland mithalten.
Effizienz in Halbzeit 1
Vor der Pause hatte sich die Schweiz von der effektiven Seite gezeigt. Aus 3 Torabschlüssen schauten 2 Treffer heraus:
- 17. Minute: Remo Freuler fängt einen uninspiriert gespielten Pass von Nico Schlotterbeck ab. Über Granit Xhaka landet der Ball bei Dan Ndoye. Der Nottingham-Akteur wird nicht unter Druck gesetzt und trifft in die nahe Ecke – er hatte bereits im Direktduell an der EM 2024 zum 1:0 getroffen.
- 41. Minute: Wieder holt sich Freuler den Ball zurück. Silvan Widmer flankt von rechts, Breel Embolo setzt sich im Duell mit Jonathan Tah durch und köpfelt zum 2:1 ein.
- 43. Minute: Weniger später verpasste Fabian Rieder nach einem Konter das 3:1. Er scheiterte mit seinem Schlenzer an der Latte.
Daneben leistete sich die Nati jedoch auch einige Unkonzentriertheiten, und im Aufbauspiel landeten zu viele Pässe in gegnerischen Füssen. Zwei Fehler nutzten die Gäste zu Zählbarem. Nach einer schnell ausgeführten Eckballvariante traf zunächst Tah zum 1:1 in die nahe Ecke (26.). Widmer, der zu weit vom Gegenspieler wegblieb, und Kobel, der den Ball ins kurze Eck passieren liess, sahen nicht gut aus.
Als der Pausentee schon so gut wie serviert war, glichen die Deutschen abermals aus. Nach Ping-Pong-Stafetten hatte Wirtz das Auge für Serge Gnabry, der Manuel Akanji entwischte und Kobel zum 2:2 überwand.
Yakin nimmt 10 Wechsel vor
In der Pause wechselte Yakin ein erstes Mal vierfach. Mit Captain Xhaka, Ricardo Rodriguez, Widmer und Ruben Vargas blieb viel Routine in der Kabine. Dies sollte sich schnell rächen: Die Nati kam kaum mehr zu längeren Ballbesitzphasen – und kassierte nach einem Eckball das schönste Tor der Partie. Wirtz streichelte den Ball herrlich zum 3:2 ins Lattenkreuz (61.).
Der eingewechselte Joël Monteiro vermochte mit einem starken Abschluss in der 79. Minute fast aus dem Nichts zwar noch einmal auszugleichen. Auf Wirtz' zweiten Geniestreich hatte die Nati dann aber keine Antwort mehr.
So geht es weiter
Am Samstag präsentiert sich die Nati in Basel ihren Fans an einer Autogrammstunde. Dann geht es weiter in den hohen Norden. In Norwegen steht am Dienstagabend (18:00 Uhr, live bei SRF) das zweite Testspiel dieses Monats auf dem Programm. Danach trifft man sich erst Ende Mai wieder zur unmittelbaren WM-Vorbereitung. Am 31. Mai testet die Nati in St. Gallen gegen Jordanien, am 2. Juni fliegt sie in die USA.