Es wäre bereits am vergangenen Wochenende alles angerichtet gewesen. Am Samstag hätte Thun ein Sieg gegen Lugano gereicht, am Sonntag hätte St. Gallen bei YB nicht gewinnen dürfen. Doch bekanntlich kam alles anders: Das Team von Trainer Mauro Lustrinelli unterlag den Tessinern 0:1, der FCSG siegte spät bei YB. Lange Gesichter statt langer Partynacht bei den Thunern.
Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Am Samstag in Basel bietet sich Thun die nächste Chance, die Meisterschaft einzutüten. Und auch dieses Szenario hat durchaus seinen Reiz, könnten die Berner Oberländer doch ausgerechnet beim amtierenden Meister triumphieren.
Zuletzt 2 Thuner Siege gegen Basel
Die Vorzeichen stehen indes nicht schlecht. Vor 2 Wochen schlug der FCT die Basler zuhause mit 3:1, Anfang Februar triumphierte er auswärts im St. Jakob-Park mit 2:1. Einzig das erste Saisonduell Mitte September 2025 ging verloren (1:3).
Geschenkt werden dürfte den Thunern aber nichts. Basel kämpft noch um die Teilnahme am Europacup. Zwar beträgt der Rückstand auf das drittplatzierte Lugano 7 Punkte. Doch sollte St. Gallen den Cup gewinnen, würde auch ein 4. Rang reichen. Diesen belegt aktuell Sion, 2 Zähler vor Basel.
Basel im Tief
Doch bei Basel hängt der Haussegen nach der Heimpleite gegen Sion am letzten Sonntag schief. «So wie wir momentan spielen, haben wir in Europa nicht viel zu suchen», sagte Kevin Rüegg. Flavius Daniliuc ging noch härter mit sich und seinen Kollegen ins Gericht: «Ich weiss nicht, wie wir aktuell noch von Europa sprechen können.»
Am Rheinknie ist der Effekt des Trainerwechsels bereits wieder verpufft – respektive gar nie eingetreten. Holten die Bebbi unter Ludovic Magnin immerhin noch 1,71 Punkte im Schnitt, sind es unter Stephan Lichtsteiner lediglich 1,31.
Der Anfang vom Märchen
So könnte es am Samstag zur nächsten Meisterparty im St. Jakob-Park kommen – dieses Mal aber wegen der Gäste. Und das ausgerechnet am 2. Mai – jenem Datum, das im Berner Oberland jeder kennt, seit die Lustrinelli-Elf vor genau einem Jahr den Aufstieg in die Super League schaffte. Es war der Anfang des Thuner Fussballmärchens.