- GC gewinnt das Barrage-Rückspiel gegen Aarau 2:1 nach Verlängerung und spielt auch kommende Saison in der Super League.
- El Bachir Ngom erzielt den Siegtreffer in der 110. Minute. Beide Teams beenden die turbulente Partie zu zehnt.
- Aarau schafft auch in der zweiten Barrage in Folge den Aufstieg nicht und bleibt in der Challenge League.
Auf der Tribüne konnte Alain Sutter nicht mehr hinsehen. Der GC-Sportchef wandte sich ab, als El Bachir Ngom in der Verlängerung zum Penalty anlief. Nassim Zoukit hatte Imourane Hassane im Strafraum zum Stolpern gebracht und den umstrittenen Strafstoss damit verursacht. Der GC-Senegalese behielt jedoch die Nerven, verlud Aarau-Goalie Marvin Hübel und versetzte die Mehrzahl der knapp 19'000 Zuschauer im Letzigrund in einen kollektiven Freudentaumel.
Das Zittern bei Sutter und Co. war indes noch nicht überstanden. Die verbleibenden 10 Minuten bis zum Schluss zogen sich aus Sicht der GC-Verantwortlichen unendlich lange hin. Aarau warf noch einmal alles nach vorne. Die Gäste blieben aber Mal für Mal an der vielbeinigen GC-Abwehr hängen. Nach 124 Minuten pfiff Schiedsrichter Urs Schnyder die dramatische Partie schliesslich ab.
Lee mit Totalausfall – doch auch Obexer sieht Rot
In der 88. Minute hatte noch sehr wenig auf einen glücklichen Ausgang für GC hingedeutet. Was Young-jun Lee bei der Attacke gegen Leon Frokaj ritt, wird wohl für immer sein Geheimnis bleiben. Der Südkoreaner verlor im Anschluss an ein Foul des Aarauers komplett die Nerven und traf Frokaj mit dem Knie im Gesicht. Beim Stand von 1:1 sah Lee für seine Tätlichkeit völlig zu Recht die rote Karte.
Aarau ging also mit einem Vorteil in die Verlängerung. Dieser war aber bald wieder zunichte. Kurz vor der ersten Hälfte der Zusatzschlaufe flog auch Linus Obexer vom Platz. Er traf Amir Abrashi mit seinem hohen Bein im Gesicht. Schnyder zeigte zunächst Gelb, revidierte seinen Entscheid aber nach VAR-Konsultation. Wie sich Abrashi mit blutender Wunde an der Oberlippe bis zum Schluss durchkämpfte, war symbolisch für die Rettung der «Hoppers».
Auch in der dritten Barrage in Folge zog GC den Kopf noch einmal aus der Schlinge. Der Lohn dafür ist eine weitere Saison in der Super League. Bei Aarau, das bereits den direkten Aufstieg verpasst hatte, ist dagegen Wundenlecken angesagt. Auch 11 Jahre nach dem letzten Abstieg gelang die Rückkehr ins Oberhaus nicht.
Traumtor von Filet letztlich wertlos
Im Vergleich zum Hinspiel auf dem Brügglifeld war GC die Aufgabe vor heimischem Publikum deutlich entschlossener angegangen. Nach einer knappen halben Stunde gingen die Zürcher verdient in Führung. Jonathan Asp Jensen fand in der Mitte Lee. Der Südkoreaner legte zurück auf Lovro Zvonarek, der flach zum 1:0 traf.
Aarau löste sich noch vor der Pause aus der vorübergehenden Schockstarre. Nach einem langen Einwurf von Marco Thaler kam der Ball über Umwege zu Elias Filet. Dieser nahm das Leder mit der Brust an und vollstreckte traumhaft per Seitfallzieher.
Das Spiel blieb in der zweiten Halbzeit ausgeglichen. Aarau wirkte zu Beginn besser, angeführt vom unermüdlichen Samuel Krasniqi blieb aber auch GC gefährlich. Das grosse Drama sollte indes erst noch folgen.