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FCB-Stürmer mit Ladehemmungen Kaenzig: «Jeder Trainer in Bochum ist auf Broschinski gestanden»

Moritz Broschinski ist beim FCB bisher durchgefallen. Reibt man sich bei Ex-Klub Bochum die Hände, Ilja Kaenzig?

Moritz Broschinski war für den FC Basel ein absoluter Wunschtransfer. 1,90 Meter Körpergrösse, trotzdem schnell, Erfahrung aus 70 Bundesliga-Spielen für Bochum – der Deutsche schien im Sturm des Meisters die ideale Ergänzung zu sein. «Obwohl er nicht mehr ganz jung ist, befindet er sich noch in einer Entwicklung und wir glauben fest daran, dass er bei uns richtig ‹aufmacht› und sein volles Potenzial ausschöpfen kann», sagte Sportchef Daniel Stucki im August nach der Verpflichtung des 25-Jährigen.

Das Versprechen ist noch nicht eingelöst worden. Broschinski wartet in Super League und Europacup noch auf sein erstes Saisontor. Lediglich im Cup gegen Promotion-Ligist Biel traf er zweimal. Nicht selten machte er eine unglückliche Figur.

Moritz Broschinski.
Legende: Dieses Tor ging nicht auf sein Konto Moritz Broschinski ist beim 2:0 gegen Stuttgart in der Europa League zwar noch am Ball, der Treffer wird aber Xherdan Shaqiri zugeschrieben. Keystone/Michael Buholzer

Viel Potenzial, wenig Zählbares

«So, wie es jetzt läuft, haben es sich weder Moritz noch der FCB vorgestellt», sagt Ilja Kaenzig im SRF-Podcast Sykora Gisler. Der Geschäftsführer des VfL Bochum kennt Broschinski bestens. «Er ist ein super Typ, ein Stimmungsmacher, sehr beliebt auch bei den Fans.»

Auch sportlich habe man beim in die 2. Bundesliga abgestiegenen Ruhrpott-Klub grosses Potenzial gesehen. «Jeder Trainer, den ich in Bochum erlebt habe, ist auf Moritz Broschinski gestanden», so der Zentralschweizer. Auch der damalige Bochum- und heutige Lausanne-Coach Peter Zeidler hielt grosse Stücke auf den Stürmer, wollte ihn zu Beginn der letzten Saison nicht zu Union Berlin ziehen lassen. Zeidler verlor seinen Job nach einem miserablen Start aber bald – und Broschinski seinen Stammplatz.

Macht Broschinski den Barry?

Bei Basel wollte er seiner Karriere neuen Schwung verleihen, die letzten 5 Prozent, die ihn zur «Granate» (Kaenzig) machen würden, aus sich herauspressen. Bisher ist er für den FCB, der gemäss Medienberichten über 2 Millionen Franken nach Bochum überwiesen haben soll, noch keine lohnende Investition. Unterschrieben hat er bis 2029.

Dass sich Geduld manchmal auszahlt, wissen die Basler indes aus eigener Erfahrung. Thierno Barry war zu Beginn ebenfalls als «Chancentod» verschrien, startete dann aber durch und bescherte dem FCB mit dem Verkauf zu Villarreal (und später dem Weiterverkauf zu Everton) einen grossen Transfererlös.

Am Sonntag erhält Broschinski im Heimspiel gegen St. Gallen womöglich die nächste Chance, seine Kritiker Lügen zu strafen. Der FCSG hätte den Deutschen im Sommer übrigens ebenfalls gerne unter Vertrag genommen. Trainer Enrico Maassen hat einst bei der U21 Dortmunds mit ihm zusammengearbeitet.

Super League

Sykora Gisler, 27.11.2025, 00:05 Uhr ; 

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