Von der Siegprämie konnten sich die GC-Spieler zuletzt nicht mehr die ganz teuren Luxusartikel zulegen. Seit Mitte Dezember hatten die Grasshoppers keinen Vollerfolg mehr feiern können. Und nun, auf relativ unwahrscheinliche Art, gab es am Sonntag für GC endlich den ersehnten ersten Sieg 2026: in 70-minütiger Unterzahl gegen ein zuvor in zwölf Partien ungeschlagenes Lugano.
Der Erfolg hatte viele Väter. Nebst Tessiner Ideenlosigkeit – GC kannte den Ball in der zweiten Halbzeit phasenweise nur vom Sehen, wirklich gefährlich wurde es aber kaum je – und einem starken Justin Hammel im Tor war sich GC-Trainer Gerald Scheiblehner sicher: Ausschlaggebend war die «harte Arbeit».
Abrashis überraschendes «Comeback»
Michael Frey pflichtete ihm bei: «Ich war bei vielen Klubs, aber hier bei GC wird wirklich unheimlich hart gearbeitet. Deshalb konnten wir am Schluss auch noch powern.» Folgerichtig war auch der einzige Treffer der Partie eher ein Ausdruck von Willenskraft denn fussballerischer Filigranarbeit.
So passte es auch zum Motto der «Hoppers», dass Edeltechniker Jonathan Asp Jensen der Taktik zum Opfer fiel, während Wadenbeisser Amir Abrashi erstmals seit dem 1. Spieltag wieder eine zweistellige Minutenzahl an Einsatzzeit erhielt. Dass er gleich eine ganze Halbzeit zum Zug gekommen sei, habe ihn selbst überrascht, gab der Captain anschliessend gegenüber dem Blick zu Protokoll.
Mathematisch-psychologisch taugt der seltene Dreier als Mutspender: In der Tabelle sind die Grasshoppers nun näher am drittletzten Servette (5 Punkte Rückstand) als am Schlusslicht Winterthur (10 Punkte Vorsprung). Dabei hätte der Abstand zum FCW, der St. Gallen nur knapp unterlag, durchaus auch auf 4 Zähler schrumpfen können.
Läuft es perfekt, verlässt GC am Sonntag Rang 11
Aber so gilt: Theoretisch könnte GC bereits Ende Woche den Barrageplatz verlassen haben. Dazu müssten die Zürcher (bei Schützenhilfe) am Donnerstag in Basel, am Sonntag zu Hause gegen Lausanne gewinnen. Die Waadtländer liegen aktuell sechs Zähler vor GC und sind nach kraftzehrenden Europacup-Abenteuern in Sachen Abstiegskampf noch nicht ganz aus dem Schneider.
Entgeht GC doch noch der dritten Barrageteilnahme in Serie? Der Weg ist nach wie vor ein langer, Scheiblehners Liga-Punkteschnitt von unter 1 immer noch bescheiden. Immerhin weiss der Österreicher, womit es klappen könnte: mit harter Arbeit.