Einigermassen überraschend wurde Niklas Steffen am 4. April 2025, vor ziemlich genau einem Jahr, wieder in die Startelf des FC Thun beordert. Der Goalie hütete gegen den FC Schaffhausen das Tor, kassierte in diesem Spiel und in den drei darauf folgenden keinen Gegentreffer und führte die Berner Oberländer in der Schlussphase der Challenge League so zum Aufstieg.
Ein Jahr später hütet Steffen noch immer das Tor des FC Thun. Die Realität heisst aber nicht mehr Challenge League, sondern Super League. Was sich nicht geändert hat, ist der Tabellenplatz: Steffen liegt mit seinem Team auf Platz 1.
Steiler Aufstieg
Dass der 25-Jährige einst von der Tabellenspitze der Super League grüssen würde, war vor zwei Jahren noch eine Traumvorstellung. Damals spielte der Goalie noch in der Promotion League bei Rapperswil-Jona. Nach Einsätzen bei Stade-Lausanne-Ouchy in der Challenge League hatte Steffen im Sommer 2023 einen Schritt zurück gemacht.
Ein mutiger Schritt, das ist er sich bewusst. «Das Karriereende war kein Thema», sagt Steffen zwar. «Aber logisch, wenn man dann nicht mehr im Profifussball ist, beginnt man schon, sich Gedanken zu machen.» Wichtig sei es ihm gewesen, zu einem ambitionierten Team in der Promotion League zu wechseln. Dies sei bei Rapperswil-Jona so gewesen.
Momente geniessen
Nach der Zeit in St. Gallen folgte der Wechsel zu Thun. Missen möchte er die Erfahrungen in den unteren Ligen aber nicht. Vielmehr könne er nun davon profitieren: «Mir ist bewusst, wie schnell es im Fussball in beide Richtungen gehen kann.»
Deshalb könne er die schönen Momente jetzt auch bewusster wahrnehmen und viel besser geniessen. Auch für seine Entwicklung war das Jahr in der Promotion League wichtig. Als Stammkeeper bestritt der ehemalige FCB-Junior viele Partien und holte sich Selbstvertrauen.
«Ich gehörte zu den Leadern, hatte regelmässig Partien», blickt Steffen zurück. «Bei meinem Auftreten auf dem Platz und im mentalen Bereich habe ich mich stark verbessern können.»
Keine Limiten
Wie gut es läuft, zeigen auch die Zahlen der aktuellen Saison. Erst 36 Gegentore hat Thun erhalten, nur Sion hat noch eines weniger kassiert. Der Meistertitel scheint, trotz der aktuellen Formbaisse von zuletzt zwei Niederlagen, nur noch eine Frage der Zeit.
Und danach? Erstmals hat Steffen einen längerfristigen Vertrag, im Berner Oberland ist er bis 2028 gebunden. Genaue Pläne hat er noch nicht. Stattdessen nimmt er sich das Motto von Teamkollege Leonardo Bertone zu Herzen: «Nach oben sollst du dir keine Limiten setzen.»