Mit Christopher Ibayi fehlte Thun beim Rückrundenauftakt der beste Torschütze aufgrund einer Verletzung. Die Absenz des auf Korsika geborenen Franzosen mit Wurzeln in der Republik Kongo fiel aber überhaupt nicht auf. Mit Elmin Rastoder sprang im Letzigrund gegen GC ein Akteur in die Bresche, der zu den grossen Entdeckungen der Super-League-Saison gehört.
Der 24-Jährige war die prägende Figur beim 3:1. An allen drei Toren der Berner Oberländer war er beteiligt:
- Nach einem langen Ball von Goalie Niklas Steffen enteilt Rastoder Gegenspieler Dirk Abels und überwindet GC-Goalie Justin Hammel mit einem sehenswerten Lob zum 1:0. Gespielt sind noch keine 5 Minuten.
- In der 9. Minute legt Rastoder im Strafraum zurück auf Kastriot Imeri, der zum 2:0 einschiebt.
- Die Szene des Tages lässt Rastoder in der 69. Minute folgen: Mit einer flinken Drehung inklusive technischem Kabinettstückchen spielt er Abels schwindlig und hat die Übersicht für Fabio Fehr, der zum 3:1 einschiesst.
Obwohl er ihn im Training Tag für Tag sieht, war selbst Mauro Lustrinelli erstaunt. «Das war eine überragende Leistung. Er hat gespielt wie eine echte Nummer 9», sagte der Thuner Trainer. Als ehemaliger Stürmer wisse er, wovon er spreche.
Rastoder erzielte sogar noch zwei weitere Tore, die aber jeweils wegen knappen Offsides aberkannt wurden. Besonders das vermeintliche 4:1 hätte sich gut in seinem Portfolio gemacht: Nachdem er Abdoulaye Diaby abgeschüttelt hatte, löffelte Rastoder den Ball alleine vor Hammel nach einem Übersteiger lässig ins Netz.
Ehemalige GC-Junioren spielen gross auf
«Vielleicht hätte ich mich noch etwas mehr gefreut über das zweite und dritte Tor», meinte der Matchwinner im SRF-Interview. Aus dem Strahlen kam er dennoch nicht heraus. Bereits im dritten Spiel in Folge reihte er sich unter die Torschützen, nach 19 Partien steht er bei insgesamt 6 Treffern und 4 Assists. «Ich habe mich einfach frei gefühlt. So kommen diese Sachen bei mir.»
Für GC bekam das 1:3 eine zusätzliche bittere Note. Rastoder wurde bei den «Hoppers» ausgebildet, nach mehreren Leihen zu Vaduz aber vor anderthalb Jahren ablösefrei an Thun abgegeben. Auch für Fehr hatte GC im Sommer 2024 keine Verwendung mehr. Mit Jan Bamert erzielte übrigens noch ein dritter ehemaliger Junior der Zürcher ein Tor – allerdings ebenfalls aus einer Abseitsposition.