Wenn einer nicht liefert, springt der andere in die Bresche: St. Gallens junge Offensiv-Waffe Alessandro Vogt war am Sonntag beim 1:1 in Lausanne für einmal blass geblieben – doch prompt war aus Ostschweizer Sicht Aliou Baldé zur Stelle. Der formstarke Guineer, mit 4 Toren aus den letzten 6 Liga-Spielen, traf zum wichtigen Ausgleich.
Allgemein wirbelte Baldé die Defensive der Westschweizer gehörig durcheinander und hätte sich auch mehr Treffer durchaus verdient. Dass in der FCSG-Offensive mehrere Akteure (dazu gehört auch Carlo Boukhalfa mit 8 Saisontoren) auf hohem Niveau liefern können, kommt Trainer Enrico Maassen aktuell nicht ungelegen.
Dem Drittplatzierten der Super League steht nämlich ein Mammutprogramm mit gleich zwei englischen Wochen am Stück bevor. 5 Spiele innert 14 Tagen – da kommt dem Kräftemanagement eine besondere Bedeutung zu. Zumal in der Meisterschaft Spitzenreiter Thun langsam enteilt: St. Gallens Rückstand beträgt bei einem Spiel weniger bereits 13 Punkte.
Wieder in Unterzahl, wieder kein «Dreier»
Zum Auftakt dieser kräftezehrenden Phase empfängt St. Gallen am Mittwoch YB. Ähnlich wie der FCSG (seit 3 Liga-Spielen ohne Sieg) darben auch die Berner etwas vor sich hin. Aus den letzten 6 Meisterschaftspartien setzte es nur 1 Sieg, satte 4 Pleiten und 1 Remis ab.
Dabei nehmen sich die Young Boys häufig den Wind selber aus den Segeln – so auch am Samstag beim 1:1 auswärts gegen die kriselnden Grasshoppers. Nach Gelb-Rot gegen Gregory Wüthrich musste der 6-fache Meister der letzten 8 Saisons ab der 66. Minute in Unterzahl agieren und kassierte prompt noch den Ausgleich.
Schon zum 8. Mal in dieser Saison konnten die Berner ein Spiel nicht mit 11 Akteuren beenden – Liga-«Bestwert». Auch die ersehnte Revanche für die 2:6-Schlappe im Wankdorf vom Dezember gegen GC wurde damit zunichte gemacht. YB muss sich in dieser Sparte dringend bessern.