- Die Young Boys erleben in der 20. Runde der Super League einen happigen Fehlstart ins Fussball-Jahr 2026.
- Bei der 1:3-Heimniederlage gegen Lausanne beklagen sie die bekannten Probleme: defensive Mängel sowie Disziplinlosigkeit.
- Luzern erleidet beim 2:5 vor eigenem Anhang gegen den FC Lugano einen herben Dämpfer. Die Partie Winterthur vs. St. Gallen musste infolge unbespielbaren Terrains verschoben werden.
38 Gegentreffer in den ersten 19 Meisterschaftsspielen zeugen davon, dass die Hintermannschaft der Young Boys äusserst fragil ist. Nun heisst es nicht etwa «neues Jahr, neues Glück» – stattdessen viel mehr: altes Problem. Denn die zweitschwächste Abwehr der Liga wurde schon in der 13. Minute des ersten Fussballspiels im 2026 für Gelb-Schwarz übertölpelt.
Die Hereingabe von Brandon Soppy konnte nicht geklärt, aber immerhin von YB-Goalie Marvin Keller zunächst behändigt werden. Die Einladung nach dessen Abpraller nahm Nathan Butler-Oyedeji schliesslich dankend an und netzte zur Führung ein.
Doppeltes VAR-Intermezzo bringt YB sogleich wieder vom Weg ab
Die Ideenlosigkeit der Hausherren hielt nach diesem frühen Schock bis zur 36. Minute an. Dann stellte ein rasant vorgetragener Angriff die Defensive der Gäste schachmatt. Topskorer Chris Bedia genoss im Strafraum allzu viele Freiheiten und veredelte den herrlichen Laserpass Christian Fassnachts zum 1:1-Ausgleich.
Wer nun glaubte, der YB-Fehlstart sei damit ausgemerzt, irrte gewaltig. Denn tief in einer verrückten Nachspielzeit der ersten Hälfte wurde das Team von Trainer Gerardo Seoane dezimiert und rannte prompt dem nächsten Rückstand hinterher. Beide Entscheide traf Schiedsrichter Lukas Fähndrich am Bildschirm neben dem Rasen.
- Zunächst wird Olivier Mambwa für sein Einsteigen in die Beine von Seydou Traoré statt mit der gelben Karte direkt mit Rot belegt. Ein Platzverweis ist – genau gleich wie die Vielzahl an Gegentoren – ebenfalls ein unliebsames Déjà-vu für die Berner. Denn davon gab es in der ersten Super-League-Saisonhälfte schon deren 6.
- Kaum wieder angespielt, nimmt Loris Benito beim Klärungsversuch im Strafraum gegen Butler-Oyedeji die Hand zur Hilfe. Nach der VAR-Intervention wird die Aktion des Captains aufgrund einer unnatürlichen Bewegung gegen den Ball als strafbar geahndet. Gaoussou Diakité verwertet den fälligen Penalty souverän zum 2:1 (45.+6).
Lausanne bestätigt das 5:0 und siegt erstmals seit fast 14 Jahren in Bern
Auch wenn unmittelbar danach in der Kabine durchgeschnauft werden konnte, steckte der Frust ob diesen aufwühlenden Ereignissen den Young Boys noch lange in den Knochen. Erst in der 68. Minute liess eine Chance des eingewechselten Alan Virginius kurzzeitig Hoffnung aufflammen. Wenig später verhinderte eine Flugeinlage Kellers den endgültigen Nackenschlag.
Die YB-Stimmen zum Spiel
Was in jenem Moment noch hatte aufgeschoben werden können, wurde mit dem Schlusspfiff besiegelt. Bis dahin erhöhte Zuzug Omar Janneh (88.) für ein Lausanne, das nach der Pause kaum mehr in Erscheinung getreten war, sogar noch auf 3:1. Der verdiente Lohn: Ein «Dreier» im Wankdorf, was zusammen mit dem 1:0 in Genf 3 Tage zuvor schon die volle Ausbeute von 6 Punkten im neuen Jahr ergibt.
Das 6.-klassierte YB derweil muss konstatieren, dass die Reaktion auf die 0:5-Ohrfeige gegen die Waadtländer beim ersten Aufeinandertreffen in dieser Saison Anfang Oktober gründlich misslang. Und die Romands entführten erstmals seit dem 9. April 2012 wieder alle Zähler aus der Bundesstadt.
Die Lausanne-Stimmen zum Spiel
So geht es weiter
Der Start ins Fussball-Jahr präsentiert sich für YB knackig bzw. hochgetaktet. Am Donnerstag wartet im Wankdorf die vorletzte Aufgabe in der Europa-League-Ligaphase gegen Olympique Lyon, den Fünften der Ligue 1 und sogar den EL-Spitzenreiter. Gelb-Schwarz ist auf Kurs, braucht fürs Weiterkommen aber noch Punkte. 3 Tage später gehen die Scheinwerfer gleich wieder an: zum brisanten Kantonsderby beim Leader FC Thun. Lausanne bestreitet seinen nächsten Super-League-Einsatz am Samstag, 24. Januar, zuhause gegen die Grasshoppers.