Mit zwei Klatschen, einem 2:6 gegen GC und einem 0:3 in Lugano, hatte YB das Kalenderjahr 2025 abgeschlossen. So hatten sich die Berner das sicher nicht vorgestellt, doch die Auftritte passten zur durchzogenen Hinrunde. Nur auf Rang 6 liegt das Team von Gerardo Seoane nun nach den Nachtragsspielen vom Mittwoch, Leader Thun ist bereits um 11 Punkte enteilt.
Klar, dass sich die Berner für die zweite Saisonhälfte einiges vorgenommen haben. «Man hat der Mannschaft angemerkt, dass sie die Pause nötig hatte», sagte Seoane wenige Tage vor dem Rückrundenstart. Beim Trainingslager im türkischen Belek sei die Motivation allerdings gross gewesen. Man habe viel und hart arbeiten können.
Viele Gegentreffer
Beim Blick auf die Tabelle stechen bei YB vor allem die vielen Gegentore ins Auge. Schon 38 Mal hat Goalie Marvin Keller hinter sich greifen müssen, einzig Schlusslicht Winterthur hat noch mehr Gegentore (52) kassiert. «Mich als Goalie sowieso, aber uns alle nervt das enorm», sagte Keller über die Gegentor-Flut.
Einfach, das Defensivverhalten zu verbessern, ist es nicht. «Es gibt viele taktische Dinge, es geht aber auch um den unbedingten Willen, das Gegentor zu verhindern», erklärte Keller. «Wir haben vieles sehr hart analysiert und wissen nun, was wir besser machen müssen.» Nun müsse das auch noch auf den Platz gebracht werden.
Fernandes ist wieder da
Einer, der auf den Platz zurückkehren wird, ist Edimilson Fernandes. Der Mittelfeldspieler, der im Sommer von Mainz zu YB zurückgekehrt war, fehlte seit Anfang November wegen einer Muskelverletzung. Nun ist er wieder bereit: «Mir geht es gut, ich bin zufrieden.»
Bereits am Samstag werde er wieder im Kader stehen, sagte Fernandes. Dann geht es für die Berner im Wankdorf gegen Lausanne um 3 Dinge: Punkte, die Revanche und ein gutes Gefühl:
- Dass die Berner Punkte benötigen, ist beim Blick auf die Tabelle klar.
- Gleich mit 0:5 wurde YB im Oktober von Lausanne nach Hause geschickt, die Spieler dürften das noch nicht vergessen haben und auf eine Revanche brennen.
- Das Lausanne-Spiel ist auch der Auftakt in eine intensive Phase. Nach Lausanne folgt Lyon in der Europa League, dann das Derby gegen Thun in der Liga und danach steht der Europa-League-Abschluss beim VfB Stuttgart an. Mit einem Sieg in diese intensive Phase zu starten wäre eminent.
Die YB-Protagonisten wirken motiviert, den Plan – weniger Gegentore, mehr Punkte – in der Rückrunde umzusetzen. Die Frage ist aber, ob der Schritt von der Theorie in die Praxis gelingt.