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Walliser Überraschungsteam Sion gar nicht Sion-like: Mit Besonnenheit zum Erfolg

Neben Meister Thun ist der FC Sion das Überraschungsteam der Saison. Dank eines starken Schlussspurts winkt den Wallisern die beste Klassierung seit 19 Jahren – und der Europacup?

Fussballspieler und Trainer klatschen sich ab am Spielfeldrand.
Legende: Zwei wichtige Erfolgsfaktoren bei Sion Ilyas Chouaref (links) und Trainer Didier Tholot. Keystone/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Mit 20 von möglichen 24 Punkten aus den letzten acht Runden ist Sion das Team der Stunde. Gewinnen die Walliser in der letzten Runde am Sonntag in Bern und verliert Lugano zeitgleich gegen Basel, würden sie Platz 3 in der Tabelle erobern.

Programm-Hinweis

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Verfolgen Sie die Partie zwischen YB und Sion zum Abschluss der Super-League-Saison am Sonntag ab 16:10 Uhr live auf SRF info.

Seit der Einführung der Super League im Jahr 2003 hat Sion die Saison erst einmal, 2006/07, als Dritter beendet. Den Punkterekord aus jener Saison haben die Sittener bereits gebrochen. Damals holten sie in 36 Runden 60 Zähler, nun standen sie nach der gleichen Anzahl Spieltage bei 61 und könnten nach dem Remis in Lugano noch auf 65 Punkte kommen.

Europacup auch auf Rang 4 möglich

Sollte Sion die Saison auf Rang 4 beenden, würde die Hoffnung auf eine Europacup-Teilnahme dennoch weiterleben. Sollte St. Gallen den Cupfinal gegen Stade-Lausanne-Ouchy gewinnen, würde auch diese Klassierung reichen.

Unabhängig vom Ausgang der letzten Runde darf sich der FC Sion über eine starke Saison freuen. Das sind die Erfolgsfaktoren:

  • Anthony Racioppi: Mit nur 35 Gegentoren ist er der statistisch beste Goalie der Super League. Beim FC Sion schlug der 27-Jährige genau so ein, wie es sich die Verantwortlichen vom Zugang im Sommer erhofft hatten. Endlich blieb er einmal verletzungsfrei und gewann zunehmend an Stabilität. 15 Mal spielte er in der Liga zu null, bis zu den 2 Gegentoren beim 2:2 in Lugano sogar fünfmal in Folge.

  • Starker Teamgeist: Schon nach der vergangenen Saison, die Sion als Aufsteiger auf dem 9. Rang beendet hatte, hoben viele Spieler die gute Atmosphäre hervor. Zu Beginn der vergangenen Woche organisierte die Mannschaft einen Ausflug in den Europapark. Es war eine Reise mit Symbolkraft. Der einst so unruhige Verein erlebt seine Achterbahnfahrten inzwischen fast nur noch ausserhalb des sportlichen Alltags.
  • Didier Tholot: Früher wurde über den Trainerverschleiss beim FC Sion gespottet. Trotzdem trat Tholot im Juli 2023 seine vierte Amtszeit als Trainer des FC Sion an. Es ist mittlerweile das längste Engagement eines Trainers des FC Sion seit Ende der 1980er-Jahre und könnte – dank Vertragsverlängerung bis 2029 – noch etwas andauern. Dank der Cupsiege 2009 und 2015 – dem bislang letzten Titel des FC Sion – geniesst Tholot im Wallis ohnehin Kultstatus.
  • Geschickte Kaderplanung: Barthélémy Constantin, Sohn von Präsident Christian Constantin und bereits seit 2014 als Sportchef im Amt, musste einiges auf die harte Tour lernen. Er zog aber die richtigen Schlüsse aus kapitalen Fehlgriffen wie beispielsweise Mario Balotelli. Nun schaffte er es, verdiente Leistungsträger im Team zu halten, und verstärkte das Kader vor dieser Saison gezielt mit Spielern wie Kreshnik Hajrizi, Rilind Nivokazi, Josias Lukembila oder Donat Rrudhani. Auch die Leihe des Schweizer Nachwuchs-Internationalen Winsley Boteli erwies sich als goldrichtig.

  • Ilyas Chouaref: Der Super-Techniker aus Malta ist der Mann der Stunde. Mit 4 Toren und 3 Vorlagen in den letzten 6 Spielen war der 25-jährige Offensivspieler massgeblich am starken Schlussspurt des FCS beteiligt.

Super League

SRF zwei, sportlive, 14.05.2026, 16:10 Uhr ; 

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