Der FCZ und der FCB haben ihre Offensiven punktuell verstärkt, Lugano und Winterthur Abgänge kompensiert. Ansonsten ging in den letzten Wochen in der Super League wenig auf dem Transfermarkt – verglichen mit dem Sommer-Transferfenster.
Natürlich könnte bis zum Ende des Transferfensters (15. Februar) noch etwas gehen, aber grundsätzlich sind weniger Spielerwechsel im Winter die Norm. Trotz der diesmal aufgrund der WM sogar längeren Pause haben sich die Klubs zurückgehalten. Naturgemäss stösst das Wechselspiel in der kalten Jahreszeit auf mehr oder weniger Gegenliebe.
Schnelle Reaktion vs. etablierte Strukturen
«Ich finde es grundsätzlich sinnvoll», meint Beni Huggel. «Ausgebootete Spieler müssen nicht mehr 6 weitere Monate bei ihrem Team ausharren. Und Klubs können zum Beispiel besser auf verletzungsbedingte Ausfälle reagieren.»
Bestes Beispiel dafür ist Bayern München, das mit der vieldiskutierten Verpflichtung von Yann Sommer auf die Verletzung Manuel Neuers reagierte.
Doch es gibt auch Gegenargumente. «Es sind etablierte Strukturen im Team vorhanden, die die Integration von neuen Spielern schwieriger machen», so Huggel.
Ich habe es abgelehnt: Es fühlte sich nach einer Hauruck-Übung, nach einem Notfall-Transfer an.
Kay Voser weiss deshalb: «Es müssen Spieler sein, die sich rasch zurechtfinden. Einen Vorteil haben jene, die bereits in dieser Liga gespielt haben und auch die Sprache sprechen.»
Huggel beinahe in die Premier League
Huggel war selber einst knapp vor einem Wintertransfer gestanden: «Ich hatte am 25. Januar ein Angebot von Birmingham City, damals noch Premier League, auf dem Tisch. Es hiess, ich müsse mich schnell entscheiden.» Der damals bei Basel engagierte Huggel lehnte es ab: «Es fühlte sich nach einer Hauruck-Übung, nach einem Notfall-Transfer an.»
Am Ende macht es wohl das Mass aus. Voser ist kein Freund von zu vielen Transfers im Winter: «Es ist ein Zeichen dafür, dass man im Sommer einiges verpasst hat.» Insofern sind die Klubs aus der Super League auf Kurs.
Die Transfers in der Winterpause
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Bild 1 von 8. Jugendlicher Speed für den FCB. Der 19-jährige spanische U21-Internationale Hugo Novoa stösst leihweise von Leipzig zum FC Basel. Bildquelle: Imago/Motivio.
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Bild 2 von 8. Ein Ecuadorianer statt Shaqiri. Jhon Espinoza stösst von Chicago Fire zum FC Lugano. Dass Chicagos Xherdan Shaqiri vor der WM in Lugano trainiert hat, dürfte den Wechsel begünstigt haben. Bildquelle: Reuters/Mike Dinovo/USA Today Sports.
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Bild 3 von 8. Künftig in rot-weiss statt weiss-schwarz. Ex-Nati-Spieler Reto Ziegler wechselt vom FC Lugano zum FC Sion, wo er schon einmal engagiert war. Bildquelle: key/Ti-Press/Davide Agosta.
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Bild 4 von 8. Von Shizuoka nach Zürich. Der japanische Internationale Teruki Hara soll in der Rückrunde die GC-Defensive verstärken. Bildquelle: Imago/Aflosport.
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Bild 5 von 8. Aus Salzburg zum FC Luzern. Der malische Mittelfeldspieler Mamady Diambou ist erst 20-jährig. In der Rückrunde wird er leihweise die Innerschweizer verstärken. Bildquelle: Imago/Revierphoto.
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Bild 6 von 8. Noch ein Salzburger in die Schweiz. Stürmer Roko Simic steht leihweise im Kader des FC Zürich. Bei RB Salzburg kam der 19-jährige Kroate diese Saison auf 13 Einsätze. Bildquelle: Imago/Geisser.
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Bild 7 von 8. Ein WM-Fahrer für Zürich. Der FCZ holt zudem den ghanaischen Stürmer Daniel Afriyie. Der 21-Jährige stand im Nationalkader Ghanas bei der WM in Katar, kam aber nicht zum Einsatz. Er stösst aus seiner Heimat von den Hearts of Oak zum FC Zürich. Bildquelle: Reuters/Molly Darlington.
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Bild 8 von 8. Rückkehr auf die Schützenwiese. Bis letzten Sommer spielte Rechtsaussen Sayfallah Ltaief beim FC Winterthur, ehe es in zum FC Basel zog. Zur Rückrunde leihen die Basler den Tunesier zurück an den FCW aus. Bildquelle: Imago/Beautiful Sports.