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Cerruti warnt vor zu grosser Euphorie
Aus sportpanorama vom 06.06.2021.
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Italien-Experte Cerruti Eine gefährliche Euphorie um die «Squadra Azzurra»

Alberto Cerruti, Journalist bei der «Gazzetta dello Sport», über den Schweizer Gegner Italien wenige Tage vor dem EURO-Start.

Fast zu gut sind die Vorzeichen für die italienische Auswahl von Coach Roberto Mancini, die EURO gewinnen zu können. Beflügelt von Enthusiasmus werden die «Azzurri» am Freitag gegen die Türkei das Turnier aber allemal eröffnen.

Sieg gegen Tschechien als Bumerang?

Das 4:0 im letzten Test gegen Tschechien durch die «IB», die Initialen der Torschützen Immobile, Barella, Insigne und Berardi, hat den allgemeinen Optimismus gestärkt. Allerdings besteht das Risiko, dass sich dies als gefährlicher Bumerang erweist.

Alberto Cerruti

Alberto Cerruti

Italien-Experte

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Alberto Cerruti ist 1952 in Mailand geboren und seit über 47 Jahren als Journalist bei der Gazzetta dello Sport tätig. 31 Jahre lang begleitete er die italienische Fussball-Nationalmannschaft und war an 8 Welt- sowie 7 Europameisterschaften dabei. Cerruti lebt seit 2014 in Lugano und arbeitet auch mit RSI zusammen.

Die Geschichte der «Squadra Azzurra» hat gezeigt, dass sie ihre grossen Erfolge dann feierte, als sie niemand erwartete. Und deshalb reicht es nicht, in Erinnerung zu rufen, dass die Mancini-Elf seit 26 Spielen ungeschlagen ist. Denn die Gegner gehörten zur zweiten oder gar dritten Kategorie, wie beim 7:0 im vorletzten Test gegen San Marino.

Aussagekräftiger ist da natürlich das 4:0 gegen Tschechien, das an der EM mit England, Kroatien und Schottland die Gruppe D bildet. Zudem hat Mancini aufgehört, zu experimentieren und jene Mannschaft auf die Probe gestellt, welche gegen die Türkei auflaufen wird.

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Archiv: Italien zeigt Tschechien den Meister
Aus Sport-Clip vom 04.06.2021.
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Startelf steht – Fragezeichen im Sturm

Die Startelf wird wie folgt aussehen: Donnarumma im Tor, Bonucci und Chiellini im Abwehrzentrum, mit Florenzi und Spinazzola als Aussenverteidiger. Da Verratti noch nicht bereit ist, wird ihn Locatelli ersetzen mit Barella auf rechts und Jorginho im Zentrum. Im 4-3-3-System, auf welches Mancini schwört, gibt es nur im Angriff Fragezeichen. Neben Insigne steht dem Trainer als Alternative zu Immobile stets Belotti zur Verfügung. Auf dem rechten Flügel macht Chiesa wiederum Berardi den Platz streitig.

Es stellt sich die Frage, ob die Ü30er Bonucci und Chiellini das nötige physische Level erreichen werden.

Abgesehen von den Namen muss man als Schwächen die internationale Unerfahrenheit hervorheben. Denn nur Jorginho hat die Champions League gewonnen (Ende Mai mit Chelsea). Die Mannschaft ist sich auch nicht an Widrigkeiten gewöhnt, hat dieses Italien doch nie gegen grosse Nationen leiden müssen.

Und schaut man etwas genauer hin, so stellt sich die Frage, ob die Ü30er Bonucci und Chiellini, welche diese Saison bei Juventus höchstens 3 Partien gemeinsam bestritten haben, das nötige physische Level erreichen werden. Und vor allem wird wichtig sein zu wissen, ob Immobile oder Belotti im Sturmzentrum gesetzt ist. Die Wechsel auf dieser Position sind nicht Zeichen der Stärke, sondern der Schwäche.

Raspadori der neue Rossi?

Mancini hat es nicht geschafft, klare Hierarchien zu etablieren. Er bot in letzter Minute den 21-jährigen Raspadori von Sassuolo auf in der Hoffnung, den neuen Paolo Rossi zu entdecken. Die Partie gegen die Türkei und vor allem jene gegen die Schweiz werden schnell darüber Aufschluss geben, ob Italien die Gruppe gewinnen kann.

Danach würde der Fokus auf der Jagd nach dem EM-Titel liegen, welche seit 1968 vergebene Mühe war. Das ist das erklärte Ziel von Mancini, der mit dem Wembley-Stadion noch eine Rechnung offen hat. 1992 verlor er dort im Trikot von Sampdoria Genua den Champions-League-Final gegen Barcelona.

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EM-Gegner Italien im Porträt
Aus Road to UEFA EURO 2020 vom 08.04.2021.
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SRF zwei, sportpanorama, 06.06.2021 18:30 Uhr

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Gisler  (GiJaBra)
    Die Italiener sind wie die Deutschen und wurstelnsich irgendwie immer durch. Tradition und Abgebrühtheit.
  • Kommentar von Peter Weierstrass  (PWeierstrass)
    Die Italiener tragen den Gruppensieg davon. Gewinnen jede Ausscheidung. Und werden Weltmeister. Schliesslich singen sie vor jedem Spiel, dass sei "pronti alla morte" sind... sie geben alles für den Sieg! Auch ihr Leben! :o)
    1. Antwort von Bruno Hofer  (Bernbruno2020)
      Die WM ist dann erst im 2022!
    2. Antwort von Peter Weierstrass  (PWeierstrass)
      @Bruno: Oh. Meine Vorfreude wieder.
    3. Antwort von Domenico Le Donne  (Juve4ever)
      Oh Trauriger, der du keine Passione und kein Amore für die wichtigste Nebensache der Welt in dir trägst!
  • Kommentar von Martin Gebauer  (Mäde)
    Italien wird wohl - wie so oft - an den Ansprüchen und dem Druck der Fans scheitern. Es ist nicht mal sicher, dass sie die Gruppenphase überstehen. Gegen die Schweiz sieht Italien selten gut aus, die Italiener liegen uns. Wales und vor allem die Türken könnten den Tifosi das Fest ebenfalls vermiesen. Vom ersten bis zum letzten Platz ist für jedes Team dieser Gruppe alles möglich.
    1. Antwort von Kurt Peterhans  (kurti69)
      Jetzt übertreibst du aber Gebauer! „Es ist nicht mal sicher ob Italien die Gruppe übersteht“ Du weisst schon um definitiv rauszufliegen muss man 4. - also Letzter (!) werden! Ausserdem stimmt deine Theorie mit „Die Italiener liegen uns“ nur bedingt - nämlich in Testspielen und in Spielen in denen es um nichts geht! Du kommst noch auf die Welt!
    2. Antwort von Martin Gebauer  (Mäde)
      @Peterhans: Die letzten Resultate in Ernstkämpfen zwischen der Schweiz und Italien 1986 bis 1999: ITA-SUI 3:2, SUI-ITA 0:0, ITA-SUI 2:2, SUI-ITA 1:0, ITA-SUI 2:0, SUI-ITA 0:0. Und welches Team war an der letzten WM nicht dabei?
    3. Antwort von Ben Schult  (BenSchu)
      Ich denke die Türken und Wales werden vor allem den Schweizern das Fest vermiesen...
    4. Antwort von Philipp Spuhler  (PSp)
      Finde ich wirklich toll, dass es das Spiel, Schweiz-Italien und erst noch an einer EM gibt. Italien gehört zu den Favoriten auf den Titel und die Schweiz zu den Aussenseitern. Ich werde das erste Spiel vom Spitalbett aus anschauen und mit der Schweiz mitfiebern.