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Playoff-Modus steht zu Debatte Landet der «Chübel-Modus» effektiv in der Tonne?

Daran, wie in der hiesigen Women's Super League seit 2022 die Meisterinnen ermittelt werden, scheiden sich die Geister. Gut möglich, dass der neue Modus bald ausgedient hat.

Coumba Sow nahm kein Blatt vor den Mund. Gezeichnet von Enttäuschung und Frust, bezeichnete die Mittelfeldspielerin Anfang Juni 2023 den Playoff-Modus als «Riesen-Chübel». Ihre Servetiennes hatten Augenblicke davor in St. Gallen das einzige Finalspiel gegen die Titelverteidigerinnen vom FC Zürich mit 0:3 verloren.

Für die bemitleidenswerten Genferinnen war nach dem verpatzten Showdown die gesamte erfolgreiche Spielzeit 2022/23 auf einen Schlag nichtig. In der Regular Season hatten sie nach 18 Matches die Tabelle mit 6 Punkten Vorsprung auf den FCZ angeführt.

Es war damals das 2. Mal, dass der Playoff-Modus in der Women's Super League angewandt wurde. In Anlehnung ans Schweizer Eishockey verblieben nach der Qualifikation die Top 8 im Meisterrennen und kürten in der «heissen Phase» den Champion in 3 K.o.-Runden ab Viertelfinal. Auf die Saison 2024/25 wurde zusätzlich eingeführt, dass auch der Final aus Hin- und Rückspiel besteht.

Sow steht nach wie vor auf Kriegsfuss mit dem System

Laura Spring, die als Verantwortliche der Women's Super League beim SFV angestellt ist, spricht von einer zwiespältigen Bilanz:

  1. «Den Modus werten wir in Bezug auf die Attraktivität für Zuschauende als sehr positiv.»
  2. «Gleichzeitig wird seitens der Klubs die sportliche Fairness bemängelt.»

Auf dem Weg zur Titel-Entscheidung 2026 sind aktuell die nächsten Playoff-Viertelfinals in den Startlöchern (am Freitag ab 18:45 Uhr zeigen wir Ihnen auf SRF info das Hinspiel im Letzigrund zwischen den Kantonsrivalinnen FCZ und GC).

Sow, mittlerweile Kapitänin beim FC Basel – der als bisherige Liga-Nummer 3 gegen St. Gallen ins Playoff-Rennen steigt –, hat ihre Einstellung zum in ihren Augen fragwürdigen und wenig beliebten Modus nicht geändert. «Die Konstanz während einer ganzen Saison wird nicht belohnt und die Leistung über einen langen Zeitraum widerspiegelt sich nicht», begründet sie ihre Abneigung. Zudem gäbe es mit dem Cup bereits eine Wettkampfversion im K.o.-Format. Also fordert die 31-Jährige simpel: «Ein normaler Modus. Der, der am Schluss die meisten Punkte hat, soll die Meisterschaft gewinnen.»

Gemäss Spring sei man laufend und rege im Austausch mit den Klubs, bekomme viele Rückmeldungen und habe «den Wunsch nach einer Veränderung» beobachtet.

Die Krux: Für beide Seiten spannend machen

Die Verantwortlichen sind offen und könnten sich, auf die Meisterschaft 2027/28 hin, eine erneute Modus-Anpassung vorstellen. In welche Richtung das Ganze geht, darüber herrscht noch keine Klarheit. Bedingung sei, dass man folgende Umstände miteinander vereinen könne. «Wir müssen einen Modus finden, den die Klubs spannend finden. Dabei gilt es aber auch die erfreuliche Tendenz des deutlichen Zuschauerwachstums zu berücksichtigen», führt Spring aus.

Sprich: Man will das Produkt auch dem Fan so spannend wie möglich verkaufen. Affaire à suivre ...

Service zur Women's Super League

Radio SRF 1, Abendbulletin, 23.04.2026 18:45 Uhr ; 

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