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Schnellster Marathonläufer 1:59:30 Stunden: Sawes Lauf in die Geschichtsbücher

Sabastian Sawe hebt die Leichtathletik in neue Sphären. Sein Triumph hatte sich angedeutet und kommt doch überraschend.

Läufer hält weissen Sportschuh mit Aufschrift '1:59.30 WR SUB2'.
Legende: Schuh des Vertrauens Sabastian Sawe. REUTERS/Matthew Childs

Dass beim diesjährigen London Marathon der Streckenrekord fallen könnte, war im Vorfeld erwartet worden. Das hochkarätige Teilnehmerfeld liess ein schnelles Rennen erahnen, doch was Sabastian Sawe, Yomif Kejelcha und Jacom Kiplimo in der britischen Hauptstadt ablieferten, sprengte den Bereich des Vorstellbaren.

Im schnellsten Rennen der Marathongeschichte blieben alle drei Läufer unter dem bisherigen Weltrekord von Kelvin Kiptum. Dem 2024 bei einem Autounfall verstorbenen Kenianer war am ehesten zugetraut worden, die ominöse 2-Stundenmarke zu durchbrechen. In London gelang dies mit Sawe und Kejelcha gleich zwei Athleten.

Schnellstes Debüt von Kejelcha

«Als ich die Zeit sah, war ich total begeistert», sagte Sawe: «Ich möchte mich beim Publikum bedanken, es hat mir sehr geholfen. Was ich heute erreicht habe, ist nicht nur mein Verdienst, sondern der Verdienst von uns allen hier in London.»

Im Trubel um den neuen Weltrekord ging die Leistung von Kejelcha und Kiplimo fast unter. Der alte und neue Rekordhalter im Halbmarathon lieferten den eindrücklichen Beweis, auch über die volle Distanz abliefern zu können. Insbesondere Kejelcha, der bei seinem Marathon-Debüt (!) den alten Weltrekord ebenfalls pulverisierte.

Im Marathon noch unbesiegt

Dass Sawe dereinst in solchen Sphären laufen kann, hatte er bereits angedeutet. Bei seinem Marathon-Debüt im Dezember 2024 in Valencia gewann er 2:02:05 Stunden. Nur Kiptum war bei seiner Premiere über die 42,195 km zuvor schneller gelaufen als sein Landsmann. Auch vor einem Jahr in London und letzten September in Berlin liess sich Sawe als Sieger feiern.

Weltrekordentwicklung im Marathon

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  • 2:04:55 Stunden: Paul Tergat (Kenia) 28. September 2003 in Berlin
  • 2:04:26: Haile Gebrselassie (Äthiopien) 30. September 2007 in Berlin
  • 2:03:59: Gebrselassie 28. September 2008 in Berlin 2:03:38: Patrick Makau (Kenia) 25. September 2011 in Berlin
  • 2:03:23: Wilson Kipsang (Kenia) 29. September 2013 in Berlin
  • 2:02:57: Dennis Kimetto (Kenia) 28. September 2014 in Berlin
  • 2:01:39: Eliud Kipchoge (Kenia) 16. September 2018 in Berlin
  • 2:01:09: Kipchoge 25. September 2022 in Berlin
  • 2:00:35: Kelvin Kiptum (Kenia) 8. Oktober 2023 in Chicago
  • 1:59:30: Sebastian Sawe (Kenia) 26. April 2026 in London

In London schaffte Sawe zudem, was selbst Spitzenläufern nicht immer gelingt. Der Kenianer absolvierte die zweite Streckenhälfte deutlich schneller als die erste. Gerade einmal 59:01 Minuten benötigte er für die zweiten 21,1 km. Bis 2005 hätte es dafür sogar den Weltrekord für den Halbmarathon gegeben.

Hightech-Schuhe

Zu guter Letzt konnte Sawe auf schnelles Schuhwerk zählen. Die rasante Entwicklung der Laufschuhe hat der Leichtathletik insbesondere auf der Strasse einen enormen Schub verliehen. Keine 100 g wog der Siegerschuh des Kenianers, der dank integrierter Carbon-Platte die Energierückgabe verbessert. Mit jedem Schritt bekommt der Läufer so mehr Vortrieb.

Der Entwicklung sind allerdings auch Grenzen gesetzt. Der Leichtathletik-Weltverband definierte ab Januar 2020 die Sohlenhöhe. Sie darf für Strassenschuhe maximal 40 mm betragen. Ob sie Sawe deswegen von weiteren Rekordjagden abhalten kann, wird sich weisen.

Radio SRF 4 News, 26.04.2026, 13:30 Uhr ; 

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