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Turbulente Tage für Curlerin Tirinzoni: «Wir werden auch das überleben»

Im Wochengespräch des Regi Aargau spricht die Curlerin über Cortina-Silber, die verpasste WM-Teilnahme und Olympia 2030.

Erst der Gewinn von Olympia-Silber in Milano Cortina, dann nur wenige Tage später die verpasste WM-Qualifikation nach einer Niederlage im Final der Schweizer Meisterschaften: Silvana Tirinzoni, Skip des äusserst erfolgreichen Curling-Teams CC Aarau, hat ereignisreiche Wochen hinter sich. Im Wochengespräch des Regionaljournal Aargau Solothurn blickt sie mit etwas Abstand auf die turbulenten Tage zurück.

Das sagt Tirinzoni über ...

  • ... den Olympia-Final:

«Wenn man im Final ist, will man natürlich gewinnen. In diesem Moment war die Enttäuschung grösser als die Freude über die Silbermedaille. Die ganzen Olympischen Spiele sind ein Gefühlschaos. Es ist ein Mix aus Euphorie, Stolz und Enttäuschung. Man weiss gar nicht mehr, wo man mit den Gefühlen steht. Ich habe teilweise sogar jetzt noch ein Gefühlschaos in mir drin.»

Person in roter Jacke vor olympischen Ringen.
Legende: Erlebte an Olympia eine Achterbahnfahrt der Gefühle Silvana Tirinzoni. Keystone/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
  • ... die Silbermedaille:

«Ich bin sehr stolz auf die Leistungen. Vor allem wenn man weiss, was dahintersteckt. Das ist jahrelange Arbeit. Wir haben das selber als Team aufgebaut. Wir hatten wenig Unterstützung von aussen. Dass wir das gemeinsam geschafft haben, ist für mich ein Top-Erfolg.»

  • ... die Schweizer Meisterschaften und die verpasste WM-Teilnahme:

«Wir wollten unbedingt nach Calgary (WM-Austragungsort, Anm. d. Red.). Es ist mega schade, dass wir nach dem Erfolg an den Olympischen Spielen eine solche Niederlage hinnehmen mussten. Das war ein zusätzlicher Dämpfer zum schon vorhandenen Gefühlschaos. Aber auch das werden wir überleben und drüber hinwegkommen. Nun nutzen wir die Zeit, um uns besser zu erholen.»

  • ... die mentale Stärke im Curling:

«Wir arbeiten mit Sportpsychologe Heinz Müller zusammen. Aber auch die Erfahrung hilft. Man hat gewisse Situationen schon ein paar Mal gesehen und weiss damit umzugehen, auch nach Niederlagen. Ich glaube, je erfahrener man ist, desto stärker ist man mental. Zumindest bei mir ist das so.»

  • ... das Verhältnis zu den Teamkolleginnen Alina Pätz, Carole Howald und Selina Witschonke:

«Man muss nicht unbedingt Freundinnen sein. Aber es hilft extrem, wenn man sich sehr, sehr, sehr gut versteht. Das ist bei uns so. Wir haben die gleichen Interessen und wissen, was es braucht, um erfolgreich zu sein. Das schweisst zusammen. Ich könnte nicht mit jemandem zusammenspielen, den ich überhaupt nicht mag. Dafür verbringt man zu viel Zeit zusammen.

  • ... die Zukunftsaussichten, insbesondere eine mögliche Teilnahme an Olympia 2030:

«Ehrlich gesagt kann ich mir das nicht vorstellen. Ich weiss, wie schwierig es ist, sich überhaupt zu qualifizieren. Und je älter man wird, desto schwieriger wird es auch vom Körper her. Ich sehe es zum jetzigen Zeitpunkt nicht, dass ich in 4 Jahren in Frankreich noch spielen werde.»

Wochengespräch Regi Aargau, 06.03.2026, 17:30 Uhr ; 

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