Es war eine formidable Aufholjagd, welche Lukas Britschgi an der Europameisterschaft im vergangenen Jahr in Tallinn zeigte. Der Schaffhauser verbesserte sich dank einer überragenden Kür noch von Rang 8 nach dem Kurzprogramm auf den 1. Platz und sicherte sich überraschend den Europameistertitel.
In diesem Jahr findet die EM im englischen Sheffield statt, Britschgi geht als Titelverteidiger an den Start und möchte den Coup vom Vorjahr nur zu gern wiederholen. «Ich versuche, cool zu bleiben. Ich gehe nicht mit der Erwartung rein, den Titel verteidigen zu müssen – auch wenn es natürlich ein Traum wäre», sagte Britschgi vor dem Kurzprogramm.
Natürlich spüre er auch etwas externen Druck, gab der 27-Jährige zu. Diesen könne er aber gut an sich abprallen lassen. Die grösste Herausforderung sieht er im mentalen Bereich. Dort sei er aber, wie auch physisch, fit.
Gute Saison bislang
Die bisherige Saison läuft für den fünffachen Schweizer Meister durchaus zufriedenstellend. Dreimal stand er in Wettkämpfen bislang schon auf dem Podest. «Mit den Resultaten bin ich bislang zufrieden», erklärte Britschgi auch. Von den Punkten sei er zwar noch nicht ganz da angekommen, wo er im letzten Jahr war. Aber: «Die wichtigen Wettkämpfe kommen erst noch.»
Damit spricht Britschgi natürlich einerseits die Europameisterschaft, andererseits auch die Olympischen Spiele Milano/Cortina, welche bereits in weniger als einem Monat starten, an. Dank seinem 12. Platz an der WM im vergangenen Jahr hatte der Schaffhauser der Schweiz damals den Startplatz für Olympia gesichert.
Gleiches Programm
Gesundheitlich plagen Britschgi aktuell keine Probleme. Das Knie, welches Britschgi in den vergangenen Jahren immer wieder zurückwarf, hält: «Es ist sehr stabil.»
An seinem Programm ändert der Europameister für diese Titelkämpfe nichts. Während andere Konkurrenten im Hinblick auch auf Olympia nochmals am Schwierigkeitsgrad schrauben, will Britschgi seinen Sprüngen treu bleiben: «Ich bleibe bei meinem System, es hat bis jetzt sehr gut funktioniert.»
Sowieso sei er «am Maximum» von dem, was er momentan könne. Zudem werde höheres Risiko nicht immer belohnt. «Man muss dann wirklich sehr gut laufen», sagt Britschgi. «Deshalb bleibe ich bei dem, was ich in den letzten Jahren gezeigt habe.»