«Wie gewonnen, so zerronnen.» Dieses Sprichwort bringt den Ausgang der Partie zwischen der Schweiz und Slowenien in der EM-Vorrunde treffend auf den Punkt. Die Nati hatte sich zwischenzeitlich ein 9-Tore-Polster erarbeitet und erlebte letztlich ein 35:38-Waterloo.
Ein komplett konsternierter Cheftrainer Andy Schmid sprach nach dem Wechselbad der Gefühle Klartext: «Das ist ein Tiefschlag für uns alle.» Er verwies auf eine erste Halbzeit, die er als «die beste unserer gemeinsamen Zeit» wahrgenommen hatte. Dann aber folgten die schlechtesten 30 Minuten seit langem.
«Wir leisteten uns zu viele technische Fehler und liessen das Spiel komplett entgleiten. Dabei hatten wir es im Griff gehabt», stellte der 42-Jährige ernüchtert fest. Er rekapitulierte: «Bei 27:20 nehme ich das Time-out. Vermutlich nehme ich es zu früh. Aber wir sitzen alle im gleichen Boot.» Auch folgende Aussage von Schmid zielt in die gleiche Richtung: «Für mich ist unerklärlich, wie wir in eine solche Abwärtsspirale reinkommen konnten, und ich konnte nicht die richtigen Impulse geben.»
Auf bitterste Weise Lehrgeld bezahlt
Makulatur ist das, was Spieler Lukas Laube am Ende sagte: «Wir zeigten eine überragende erste Hälfte, vorne wie hinten. Wir bewiesen extrem viel Geduld und standen hinten konsequent.»
Dann aber schlich sich Fehlwurf um Fehlwurf ins Schweizer Spiel. «Und sie haben uns komplett überlaufen», räumte Laube ein. In dieser Situation habe nebst der Routine das Selbstvertrauen gefehlt. Auch mit Blick auf die geforderte Reaktion am Dienstag gegen Montenegro fordert Laube: «Das muss ein Learning sein und wir müssen in den entscheidenden Momenten einfach viel cleverer spielen.»