- Die Schweizer Handballer erleben in Oslo in ihrem 2. EM-Vorrundenspiel ein veritables Debakel.
- Im Zug der Roten Karte gegen den gegnerischen Trainer nach knapp 40 Minuten entgleitet der Nati die Partie: Gegen Slowenien stand es zwischenzeitlich 23:14, am Ende steht's 35:38.
- Die Chancen auf die Hauptrunde sind auf ein Minimum gesunken.
Bis zur 53. Minute lagen die Schweizer in der Partie gegen Slowenien zu keinem Zeitpunkt in Rücklage. Vielmehr: Sie hatten sich zwischenzeitlich eine 9(!)-Tore-Führung erarbeitet, schienen auf einen sicheren Sieg zuzusteuern – dies immerhin gegen den Gegner aus dem Auslosungstopf 1. Die Slowenen, der Vierte bei den Olympischen Sommerspielen 2024 in Paris, waren mit 6 Siegen aus 6 Spielen durch die EM-Qualifikation spaziert.
An der Endrunde selbst aber erwiesen sie sich nach dem erzitterten 41:40 zum Auftakt über Montenegro lange Zeit nicht als der erwartete Härtetest für die Equipe von Andy Schmid. Wie folgt war die Nati am Drücker:
- Nach Treffern von Noam Leopold und Lukas Laube liegt man schon nach gut 2 Minuten mit 3:0 in Front.
- In der ersten Hälfte erarbeiten sich die Schweizer maximal einen 7-Tore-Vorsprung.
- Beim Stand von 20:14 werden die Seiten gewechselt, ein stark aufgelegter Nikola Portner zwischen den Pfosten zeigte schon 8 Paraden.
Ein böses Erwachen
Doch der Auftritt in Oslo hat aus Schweizer Sicht eben auch eine diametral andere Seite – und die fühlt sich an wie eine schmerzhafte Ohrfeige. Ausgerechnet der Ausschluss gegen den gegnerischen Trainer Uros Zorman (37.), der sich über einen nicht gegebenen Siebenmeter beschwerte, stachelte die Slowenen an. Die Zentraleuropäer spielten sich fortan regelrecht in einen Rausch und schafften eine epochale Wende.
In der 54. Minute lag Slowenien erstmals in dieser Partie in Front (33:32). Dreimal gelang zwar noch der Ausgleich. Im Endeffekt aber konnte sich die komplett desillusionierte SHV-Auswahl nicht mehr aus diesem Würgegriff befreien. Zu heftig war der Einbruch, zu fragil plötzlich das Kollektiv.
Am Schluss reüssierte Slowenien mit 38:35. Gemäss Trainer Schmid kam die für lange Zeit beste Halbzeit seiner Schützlinge mit den wohl dürftigsten 30 Minuten überhaupt zusammen. Nach der Pause kassierten die Schweizer die Vielzahl von 24 Gegentreffern ...
So geht es weiter
Slowenien ist in der Gruppe D nach dieser Aufholjagd bereits in der Hauptrunde angekommen. Die Schweizer dagegen können ihr erklärtes Ziel nicht mehr aus eigener Kraft erreichen. Denn Färöer, 2 Tage zuvor beim 28:28 der Auftaktgegner, hat auch schon 3 Punkte auf dem Konto.
Die Nati steht bei 1 Zähler und einem um 16 Goals schlechteren Torverhältnis gegenüber den Insulanern. Am Dienstag wartet zum Vorrunden-Abschluss das noch punktelose und bereits ausgeschiedene Montenegro (ab 17:45 Uhr live auf SRF zwei).