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Gefühlsachterbahn an der EM Nach den beiden Nackenschlägen läuft alles für die Schweiz

Die Schweizer Handballer haben ihr EM-Ziel erreicht und stehen in der Hauptrunde. Der Weg dahin war jedoch ungewöhnlich.

Ende gut, alles gut. So könnte das Vorrunden-Fazit der Schweizer Handballer lauten. Das grosse EM-Ziel der Mannschaft von Andy Schmid – das Erreichen der Hauptrunde – wurde erreicht. Doch das Wie war reichlich ungewöhnlich.

Zu Beginn standen nämlich zwei grosse Enttäuschungen. Im Auftaktspiel gegen die Färöer kassierten die Schweizer drei Sekunden vor dem Ende den Ausgleich und spielten nur 28:28. Alle waren sich danach einig: ein verlorener Punkt. Noch ärgerlicher verlief das Duell mit Slowenien zwei Tage später. Die Schweizer führten in der 2. Halbzeit mit neun Toren Differenz, verloren dann aber komplett den Faden und auch das Spiel (34:37).

Endlich läuft es für die Schweiz

Statt mit vier Punkten und der vorzeitigen Hauptrunden-Quali in der Tasche trat die Nati in einer höchst ungünstigen Lage zum 3. Spieltag in der Gruppe D an. Sie musste einerseits Montenegro hoch schlagen und danach auf einen slowenischen Sieg gegen die Färinger hoffen. Beides trat ein – und die Schweiz steht bei ihrer 6. EM-Teilnahme zum 2. Mal in der Hauptrunde. Das Bestergebnis, ein 12. Schlussrang 2004, ist damit bereits egalisiert.

Wir waren die beste Mannschaft in dieser Gruppe.
Autor: Manuel Liniger Manager Leistungssport beim SHV

«Danke an die Slowenen, dass sie uns geholfen haben», meinte Manuel Liniger, Manager Leistungssport beim Schweizerischen Handballverband (SHV) am Dienstagabend in Oslo und fügte an: «Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass wir die beste Mannschaft in dieser Gruppe waren.» Es sei deshalb «absolut verdient», dass die Schweiz in der Hauptrunde stehe.

Man sei schon in den Spielen 1 und 2 die bessere Equipe gewesen, so Liniger. «Der Ausgang der beiden Partien ist ein riesiges Learning für alle Spieler, vor allem für die jungen.» Ein Learning war es bestimmt auch für Trainer Schmid, der die Punktverluste auch auf seine Kappe nahm.

Auch der Coach ist noch im Lernprozess

Vor allem in der Schlussphase gegen Slowenien, als den Schweizern durch die offensive Deckung des Gegners die Felle davonschwammen, schien der frühere Weltklassespieler an der Seite etwas ratlos. Man hatte kein Gegenmittel für den taktischen Kniff der Slowenen parat. Dass nicht nur die Spieler noch am Lernen sind, sondern auch der Coach, ist ganz normal. Schmid ist erst seit zwei Jahren im Trainerbusiness.

«Die Hauptrunden-Quali hilft allen. Sie hilft jedem Spieler und auch dem jungen Trainer-Staff, welcher dieses Amt noch nicht lange ausübt», so Liniger. «Dass wir jetzt zu vier weiteren Spielen auf diesem Niveau kommen, das kann man gegen nichts eintauschen.»

Der Blick des Präsidenten geht an die Heim-EURO 2028

Auch Pascal Jenny, der SHV-Präsident, spannte am Dienstagabend den grossen Bogen. Er sagte: «Es war allerbeste Werbung. Die Reaktion der Mannschaft war grossartig. Darauf können wir stolz sein, der Charaktertest ist bestanden.» Man komme nun in der Hauptrunde zu weiteren Partien, in denen sich die Equipe entwickeln könne. Denn: «Das grosse Ziel ist die EURO 2028.»

Diese findet unter anderem in der Schweiz statt (die weiteren Gastgeber sind Portugal und Spanien). Und dort wolle man, so Jenny, «ganz vorne mitspielen – im Idealfall um die Medaillen.»

Dank des perfekten Dienstagabends in Oslo wird die Nati nun also mit vier weiteren Auftritten auf der grossen Bühne belohnt. Los geht es am Freitag in Malmö (SWE) gegen Ungarn, den Fünften der letzten EM. Die weiteren Gradmesser sind Island, Schweden und Kroatien.

SRF zwei, sportlive, 20.1.26, 17:45 Uhr ; 

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