Andy Schmid wirkte am Morgen nach dem 28:28 zum EM-Auftakt gegen die Färöer etwas müde – logisch nach wenig Schlaf. Bis tief in die Nacht analysierte er die Partie, insbesondere die schwache Phase zu Beginn der zweiten Halbzeit, als der Rückstand von 13:15 auf 13:19 (36.) anwuchs.
«Wir gingen zu früh in den Abschluss oder nahmen zu viel Risiko», blickte Schmid zurück. Der 42-Jährige befinde sich aktuell in einer Bubble. Gemäss eigener Aussage hat er in den letzten 15 Tagen «vielleicht vier bis fünfmal» mit seiner norwegischen Frau telefoniert. Sein ganzer Fokus gilt der EM. «Alles andere steht ein bisschen still.»
Kaum Zeit zum Durchschnaufen
Kurz nach dem Gespräch mit Keystone-SDA stand für das Team ein Training auf dem Programm. Dort könne allerdings nicht intensiv gearbeitet werden, so Schmid. «Wenn ich schon müde Beine habe, dann möchte ich nicht wissen, wie sich die Spieler fühlen.» Es gehe vor allem darum, «die Sinne wieder zu schärfen und die letzten Emotionen rauszunehmen. Für mich gibt es wie zwei Felder, in denen wir uns bewegen. Einerseits das Professionelle, wenn es um den Handball geht, andererseits durchzuatmen und so zu sein, wie jeder ist.»
Gegen die Färöer sei es auch ein Kampf gegen das Publikum gewesen. Rund 6500 in Weiss gekleidete Fans aus der Heimat unterstützten den Gegner lautstark. Gegen Slowenien dürfte die Atmosphäre grundlegend anders sein, weil deutlich weniger Zuschauer zu erwarten sind, was Schmid jedoch «eher von der positiven Seite» sieht. Die Slowenen, die zum Auftakt Montenegro 41:40 bezwangen, müssen verletzungsbedingt auf mehrere Schlüsselspieler verzichten, unter ihnen der torgefährliche Aleks Vlah und Goalie Klemen Ferlin. Dennoch sind sie weiterhin stark besetzt, etwa mit den Aufbauern Domen Makuc und Blaz Janc vom FC Barcelona.
Welche Spieler trumpfen auf?
«Sie verfügen über eine sehr starke erste Sieben», sagte Schmid. Das Spiel der Slowenen sei jedoch etwas berechenbarer als jenes der Färöer. Allerdings könne man im Handball vor jeder Partie die gleichen Floskeln bemühen. «Letztlich brauchen wir drei, vier Spieler, die ihre Tagesform treffen, dann haben wir gute Chancen zu gewinnen.»