Für Nadine Fähndrich steht die Reise in den hohen Norden an. Im finnischen Lahti stehen am Samstag ein Sprint und am Sonntag ein Weltcuprennen über 10 km klassisch an. Die Luzernerin befindet sich mitten im Kampf um die kleine Kristallkugel für die beste Sprinterin. Doch aus naheliegenden Gründen ist dies nicht das dominierende Thema am Flughafen Zürich im Gespräch mit SRF.
Denn tags zuvor hat Fähndrich ihren Rücktritt auf Ende Saison bekanntgeben. Ein Paukenschlag in der Schweizer Langlaufszene, war die 30-Jährige doch die erfahrenste und gleichermassen erfolgreichste Athletin im Team. Nun, 2 Wochen nach ihrem olympischen Silber-Coup im Teamsprint, gibt Fähndrich darüber Auskunft, was sie zu diesem Schritt bewogen hat.
Sie habe sich schon länger Gedanken gemacht, um dann auf den Moment vorbereitet zu sein. Aber: «Der definitive Entscheid wuchs in den letzten Wochen.»
Die Silbermedaille als krönender Abschluss sei demnach nicht ausschlaggebend gewesen. «Es war megaschön, hat es noch geklappt. Aber nicht drum habe ich gesagt, jetzt ist Schluss», so Fähndrich. Vielmehr habe sie sich gefragt: «Bin ich noch bereit, alles zu investieren?» Denn immer sei ihr Credo gewesen: «Entweder ich gehe All in oder ich gehe nicht mehr.»
Auch die Zukunft heisst Sport – doch erst geht's um die Kugel
Wie geht es nun weiter mit der Besitzerin von 3 WM-Medaillen und 7-fachen Weltcupsiegerin? Die Athletin vom Skiclub Horw will dem Sport in anderer Funktion erhalten bleiben. Doch vorerst hat Fähndrich als Sportlerin noch genügend Ziele. Bevor sie die Karriere an den Schweizer Meisterschaften und beim heimischen Langis-Sprint ausklingen lässt, geht es um Kristall.
42 Punkte liegt sie in der Sprint-Wertung hinter der Schwedin Maja Dahlqvist. Fähndrich schätzt ein: «Natürlich ist die Kugel mein Ziel, aber Maja ist sehr stark. Wenn ich mein Bestes zeigen kann, ist vieles möglich.» Es wäre ein letzter grosser Triumph.
Doch für ihr Glück braucht Fähndrich diesen nicht. Danach gefragt, was sie besonders stolz macht, erklärt sie: «Ich könnte jetzt viele Resultate aufzählen. Aber der ganze Weg, den ich gemacht habe, meine Entwicklung, was ich alles gelernt habe – das erfüllt mich am meisten mit Stolz.»